Neuer Busen vom Christkind

10. Dezember 2003, 19:47
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Gutscheine für Schönheitsoperationen machen den herkömmlichen Geschenkmünzen unter dem Christbaum Konkurrenz

Linz - Während sich der heimische Handel in der vorweihnachtlichen Zeit noch um KundInnen bemüht, scheint in einem ganz anderen Dienstleistungsbereich eine positive Weihnachtsbilanz 2003 bereits gesichert. Ästhetische ChirurgInnen können sich über einen ganz besonderen KundInnenansturm freuen. Ungewöhnlich viele Gutscheine für Nasenkorrekturen, Brustvergrößerungen oder Faceliftings dürften heuer ihren Weg auf den Gabentisch finden.

Lifting hat Hochsaison

"Ich habe seit Anfang November eine um fast 50 Prozent höhere Auslastung in meiner Praxis als sonst um diese Jahreszeit", erzählt der Linzer Facharzt für Plastische Chirurgie, Wolfgang Metka, im Gespräch mit dem STANDARD. Gerade in der Zeit vor Weihnachten komme eine Vielzahl von PatientInnen in die Ordination, bei denen es sich schon im ersten Gespräch herausstellt, dass es sich bei dem geplanten Nachbessern der Natur um "vorzeitig eingelöste Geschenke handelt", erzählt Metka.

Auf Wunsch stellt der plastische Chirurg auch Operationsgutscheine aus, die dann am 24. Dezember unter dem Baum platziert werden können. "Ein Großteil der Beschenkten plant die Operation aber schon vor Weihnachten, um bereits mit neuem Gesicht durch die Feiertage schreiten zu können", erläutert Metka. Im Operationsranking würden Nasenkorrekturen, Brustvergrößerungen, Fettabsaugungen und Faceliftings die weihnachtliche Hitliste anführen. Probleme, dass sich geheime Männerwünsche nicht mit den Vorstellungen der beschenkten Damen vereinbaren lassen, gebe es nur selten. Metka: "Meist haben die Operationen an den selbst ernannten Problemzonen einen lang ersehnten Wunsch zum Ursprung, dem halt dann vom Ehemann zu Weihnachten nachgekommen wird."

Nicht gerade billig

Für die Schönheit müssen die Weihnachtsmänner aber tief ins Geldbörsel greifen, denn "Qualität hat eben ihren Preis und so pendeln die üblichen Operationskosten zwischen 3000 und 15.000 Euro." Der aktuelle Trend bei den Modellierungen durch ChirurgInnenhände liege "eindeutig in der Natürlichkeit".

Es würden leider immer nur die Extrembeispiele von Michael Jackson bis Pamela Anderson vorgeführt, doch "in Wahrheit wollen die operierten Frauen zwar besser aussehen, aber es soll eigentlich niemand merken", meint der Chirurg.

Auffallend sei, dass die Patientinnen immer jünger werden: "Nicht selten gibt's zur Matura von Mama und Papa eine neue Nase." Auch das Suchtpotenzial sei nicht zu unterschätzen: "Es gibt sehr wohl Damen, die irgendwann mit einer kleinen Korrektur anfangen und dann immer wieder neue Problemzonen am Körper entdecken", weiß der Facharzt aus dem Praxisalltag. (Markus Rohrhofer/DER STANDARD, Printausgabe 11.12.2003)

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