Rosinen aus dem Fonds-Kuchen

23. Jänner 2000, 23:54

Dachfonds boomen: 100 Milliarden Schilling Volumen seit Herbst 1998


Karin Bauer

Wien - Dachfonds werden vom anhaltenden Boom der Investmentfonds überdurchschnittlich profitieren, erwarten die Vorstände der Epicon Vermögensverwaltungs AG Michael Müller und Michael Richter.

Sie berufen sich dabei auf die kurze Erfolgsgeschichte dieser Produkte: Seit Herbst 1998 auf dem heimischen Markt, sind bis jetzt bereits über 100 Mrd. S in Dachfonds geflossen. Das entspricht rund zehn Prozent vom Gesamtvolumen der Investmentfonds, in die die Österreicher per Ende Dezember zusammen etwa 1050 Mrd. S (76 Mrd. Euro) gesteckt hatten. Heuer soll das Marktwachstum noch einmal 30 Prozent ausmachen.

Skeptikern der "Mischer" - Dachfonds investieren ihrerseits in verschiedene Sub-Fonds - hält die Epicon die Performance ihrer mittlerweile neun Dachfonds gegenüber (siehe Tabelle). Mit der Constantia als Depotbank verwaltet die Epicon derzeit rund 1,2 Mrd. S Kundengelder in den Fonds, das Standbein Vermögensverwaltung ist mittlerweile fünf Mrd. S schwer.

"Dachfonds werden bald bis zu 30 Prozent des Fondsgeschäftes ausmachen", glaubt Richter, "weil die Kunden im Dschungel der Fonds den Überblick verloren haben und die optimale Auswahl der Fondsprodukte managen lassen." Außerdem sei dies eine "vernünftige" Pensionsvorsorge, entweder ab rund 50.000 S Kapital oder in Form von Ansparen mit je 1000 S monatlich.

Dabei sieht er den Vorteil der privaten Gesellschaften zu den Banken, die mittlerweile parallel zu den heiß beworbenen Pensionsinvestmentfonds ebenfalls Dachfonds offerieren: "Wir verkaufen ausschließlich Fremdprodukte und sind mit keiner Fondsgesellschaft verheiratet." Angekauft werde in den Dachfonds hinein "netto ohne Agio", die Kunden können börsetäglich innerhalb der Produktfamilie switchen und dafür die Entwicklung ihres Accounts online überwachen. Der übliche Ausgabeaufschlag Management-Gebühren wird mit 0,9 Prozent verrechnet. Dachfonds sind endbesteuert - ob Spekulationssteuern anfallen werden, wird sich im kommenden Jahr weisen.

Die Auswahlkriterien der Epicon - je Dachfonds wird in acht bis achzehn Fonds investiert - sind laut Vorstand: "Die besten zehn Prozent der Fonds kombiniert mit der jeweiligen Markteinschätzung und der Reputation der renommiertesten Fondsgesellschaften."

Noch im ersten Halbjahr will die Epicon mit der gesamten Palette, die um einen Internet-Dachfonds erweitert wird, Pionier in der Schweiz sein, gleichzeitig planen Müller und Richter den deutschen Banken auf deren Heimmarkt Konkurrenz zu machen.

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