Das neue Wiener Steirereck - kein reines Luxusrestaurant

17. Dezember 2003, 09:49
1 Posting

In der Promenadenebene soll sich tagsüber "alles um das Thema Milch drehen" - Modellpräsentation der umgebauten Meierei

Wien - Zugegeben: Der Umbau zum neuen Steirereck im Wiener Stadtpark wird gründlich angegangen - und die Reste, die derzeit von der Meierei noch stehen, sehen im Moment eher jämmerlich aus. "Aber was vom Original des Bauwerkes noch da war, steht auch jetzt noch dort", bestätigt die Wiener Landeskonservatorin Barbara Neubauer.

Denn man habe sich im Bundesdenkmalamt grundsätzlich gefragt, wie schützenswert das Bauwerk im Stadtpark überhaupt sei. Viel sei von der 1903 errichteten historischen Bausubstanz ohnehin nicht mehr vorhanden, erläuterte Neubauer am Mittwoch.

Empörung

Auch wenn die (freiheitliche) Empörung hochgeht: Das, was Architekt Wolfgang Brenner für die Familie Reitbauer umsetzt, wurde alles mit Denkmalschützern abgestimmt. Auch wenn jetzt Modernes dazu gebaut wird, soll letztlich der historische Kern historisch korrekter als vorher inmitten stehen.

Drei Ebenen und zwei gastronomische Konzepte sollen ab Herbst 2004 dem Publikum angeboten werden. Im Bereich der Promenadenebene soll sich tagsüber "alles um das Thema Milch drehen", wie Heinz Reitbauer junior am Mittwoch erläuterte. Auch wolle man hier vor allem mit warmen Mehlspeisen auf hohem Niveau punkten, ergänzte Heinz Reitbauer senior.

Kleinerer Gästeraum - größere Küche

Im historischen Kerngebäude das klassische Steirereck-Restaurant: "Noch besser wie am alten Standort", gibt Reitbauer senior das Ziel für weitere Qualitätssteigerungen vor. Räumlich wird das Restaurant ein wenig kleiner sein. Dafür aber wird in der Küche dann endlich mehr Platz sein - die beengten Kochverhältnisse waren das Hauptproblem am alten Standort.

Beim Kochen zusehen

Offene Küche und Empfang werden im modernen Zubau untergebracht werden - man wird sogar von außen bei der kunstvollen Fertigung zusehen können. Unterm Neubau werden alle Nebenräume untergebracht, oben drauf entstehen ein verglastes Obergeschoß und zwei Terrassen.

"Die Öffnung des Gebäudes nach außen war ein wesentlicher Entwurfsfaktor", betont Architekt Brenner. Alle Zubauten werden ohne architektonische Anbiederung in neuzeitlicher Formsprache hinzugefügt."

Sind die fünf Millionen Euro investiert, werden die Reitbauers den alten Standort in der Rasumofskygasse aufgeben. "Wenn sie einen Interessenten finden, wären wir sehr froh", wirbt Reitbauer senior. "Sie sehen ja, was wir hier verbraten." (Roman Freihsl, DER STANDARD Printausgabe 11.12.2003)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Modell der Meierei nach dem Umbau

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Reste, die derzeit von der Meierei noch stehen

Share if you care.