Braune Schafe, rot eingefärbt

12. Dezember 2003, 13:36
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Dokumentation über Exnazis belastet Bund Sozialistischer Akademiker - DÖW: "Tragende Rolle" bei Reintegration - Die Studie zum Download

Wien - Caspar Einem, Präsident des Bundes Sozialistischer Akademiker (BSA), bringt mit einem Satz auf den Punkt, weshalb sich der BSA (derzeit 12.000 Mitglieder) endlich seiner braunen Schafe besonnen und die Nazivergangenheit vieler prominenter Mitglieder dokumentiert hat: "Man muss vergangenen Dingen ins Auge schauen, um in die Zukunft schreiten zu können." Also wurde das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) vor zwei Jahren beauftragt, die strukturellen Voraussetzungen zu untersuchen, die Karrieren wie jene des Nazipsychiaters Heinrich Gross im Nachkriegsösterreich ermöglichten.

Der nun von Wolfgang Neugebauer und Peter Schwarz vorgelegte Zwischenbericht des DÖW belegt, dass der BSA bei der Reintegration auch schwer belasteter Nationalsozialisten eine tragende Rolle gespielt hat. Dabei sei das Bestreben, nach dem Verlust großer Teile der Parteielite nun eben gut ausgebildete ehemalige Nazis für die SPÖ zu gewinnen, unübersehbar, schreiben Schwarz und Neugebauer. Für Einem ist es vor allem "erschreckend", dass gerade die antifaschistisch geprägte Sozialdemokratie Rekrutierungen im Lager ehemaliger Nationalsozialisten vorgenommen und nicht die Rückholung der Vertriebenen forciert hat: "Das ist der eigentliche Hammer." Im ersten Halbjahr 2004 werde der BSA daher eine Serie von Veranstaltungen zu diesem Thema organisieren. (kob/DER STANDARD, Printausgabe, 11.12.2003)

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    Eine Dokumentation über Exnazis belastet den Bund Sozialistischer Akademiker

  • Der gesamte DÖW-Bericht über den Bund Sozialistischer Akademiker

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