Kunst im Dunkeln

10. Dezember 2003, 17:35
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Verhüllungsaktion von Studenten der "Angewandten" als Protest

Wien - Für Marcel Neundörfer hieß es am Donnerstag zeitig aufstehen. Um vier Uhr morgens traf sich der Grafikdesignstudent mit seinen Kollegen zur Verhüllungsaktion bei der Maria-Theresien-Statue in Wien. Rund 120 Kunststudenten, verteilt auf 18 verschiedene Denkmäler entlang der Ringstraße, wollten damit auf die Finanznot der Universität für angewandte Kunst aufmerksam machen.

Hintergrund der Protestaktion ist die vorgesehene Budgetzuteilung für die Angewandte, wodurch an der Kunstuni Alarmzustand herrscht. Für die heute, Freitag, angesetzte Verhandlungsrunde mit dem Bildungsministerium erwartet sich Rektor Gerald Bast dennoch "ein Ergebnis, mit dem der Studienbetrieb aufrechterhalten werden kann". Vor allem der Ausstellungs- und Publikationsbetrieb als Kernbereich der Uni dürfe keinen Sparmaßnahmen zum Opfer fallen.

Hauptkritikpunkt am neuen Budget ist für Bast der Verteilungsschlüssel. Denn darin enthalten sind auch die Studiengebühren, welche aufgrund der niedrigen Studentenzahlen an den Kunstunis nur gering ausfallen.

Zudem wären nur 20 Prozent des Gesamtbudgets flexibel, sodass man auch bei vorhandenem Einsparungswillen nicht auskommen würde, so Bast zum STANDARD. Bereits heuer konnten an der Angewandten durch die Einsparungen keine Investitionen (Bibliotheksankäufe, Ersatz defekter Geräte) getätigt werden.

Durch das Vorjahresargument des Ministeriums, man solle schauen, dass man die nötigen Investitionen auf 2004 verschiebt, fühlt man sich "gefrotzelt". Ob es zu Kündigungen kommen muss, wird Bast erst nach der Verhandlungsrunde entscheiden.

Die Grünen fordern in einer Anfrage an Bildungsministerin Elisabeth Gehrer eine Stellungnahme zu den Auswirkungen der Uni-Budgetnot. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.12.2003)

Von Karin Moser

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Die Angewandte

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