"Save the Digital Ecology"

12. Jänner 2004, 22:27
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Kampagnentag zum Weltgipfel der Informationsgesellschaft

Ab 10. Dezember steht in Genf im Rahmen des UN-Weltgipfels WSIS die Informationsgesellschaft zur Debatte. Aus diesem Anlass wurde am Mittwoch am frühen Morgen ein 50 Meter langes Transparent mit der Aufschrift "Save the Digital Ecology!" am Karlsplatz entrollt. Dies soll ein sichtbares Zeichen einer neuen Umweltbewegung, die sich für eine gerechte und demokratische Informationslandschaft einsetzt, sein, so die Public Netbase in einer Aussendung.

Symbolische Besetzung

Die symbolische Besetzung des öffentlichen Raums setzt nach Amsterdam, Belgrad und Novi Sad den Protest gegen weitreichende Langzeitschäden in der Ökologie des digitalen Informationszeitalters fort. Die Nachhaltigkeit sowie die kulturelle Vielfalt fallen immer stärker massiven Kapitalkonzentrationen zum Opfer. Insbesondere Copyright-Monopole treiben die Marktzugangskosten weltweit in die Höhe und verdrängen neue und unabhängige Akteure. Auf Einladung von Public Netbase wird ein breites Netzwerk zivilgeschaftlicher Organisationen eine Woche nach dem WSIS-Kampagnentag die Fragen von Demokratie und Öffentlichkeit in der Informationsgesellschaft diskutieren.

Eines der größten Bedrohungsszenarien

"Das in Österreich nicht vorhandene Problembewusstsein für den 'Digital Divide' ist Besorgnis erregend", erklärt Public Netbase-Leiter Konrad Becker. "Tatsächlich zählt diese Kluft heute zu den größten Bedohungsszenarien." Mit dem Transparent am Karlsplatz wird unverzügliches politisches Handeln gefordert: "Es braucht dringend eine Politik, die sich die Sicherstellung der strukturellen Grundlagen einer digitalen Ökologie zur Aufgabe macht." Eigens für den WSIS in Genf wurde eine Zeitung im Rahmen von World-Information.Org international verbreitet, die Strategien gegen die Restriktionen in der internationalen Urheberrechtsentwicklung sowie gegen die zunehmende Einschränkung der Zugänge zu Wissen und Bildung diskutiert. "Die Zukunft wird heute entschieden. Deshalb setzen wir mit dem heutigen Aktionstag ein temporäres Denkmal, das sich als Symbol einer weltweiten Protestbewegung auch in Wien manifestiert", so Becker abschließend.(red)

  • Artikelbild
    foto: public netbase
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