Sprechen Sie Elbisch?

12. Dezember 2003, 14:59
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Umfassendes Grammatik- und Wörterbuch versammelt Elb-Sprachen von Tolkien: jede hat mehr als 2.000 Vokabeln

Wien - Plaudern wie die 3.000 Jahre alte Elbe Awren im "Herr der Ringe": Das nun erschienene Grammatik, Schrift und Wörterbuch "Elbisch" (Verlag Bastei Lübbe) von Helmut W. Pesch macht es - theoretisch - möglich. Der deutsche Sprachwissenschafter und Fantasy-Autor hält sich bei seinem Nachschlagewerk in Sachen Sprachen der Mittelerde eng an den "Ring-Schöpfer" J.R.R. Tolkien. "Das gesamte Vokabular habe ich den Werken des Briten entnommen", erzählte Pesch. Und jede Sprache hat immerhin mehr als 2.000 Worte.

"Sprachwissenschafter der alten Schule"

"Tolkien gehörte zu den Sprachwissenschaftern der alten Schule", erklärte der 1952 in Mönchengladbach geborene Pesch. "Ihm schwebte ein ganzer Sprachenbaum vor. An dem Ring schrieb er 13 Jahre, da steckt viel mehr drin, als manche Leute glauben. Den Reiz dieses Werkes machen nicht zuletzt die verschiedenen Sprachen aus, die Tolkien entwickelt hat." Eine Elbensprache ist dem Finnischen angelehnt, eine zweite dem Walisischen nahe, weiß der Experte.

Auch Tolkien verfasste einmal ein Wörterbuch

Für sein Standardwerk in Sachen Elbisch hat Pesch lange und intensiv recherchiert. Texte aus den dreißiger und vierziger Jahren dienten als Quelle. "Ich sammle alles von Tolkien", so der Fachmann. "Unter anderem besitze ich eine zwölfbändige englische Edition seiner Manuskripte. Die enthält natürlich viel mehr Material als die Endfassung der Trilogie." Auch im Internet findet man Material zum Thema, Tolkien selbst verfasste einmal ebenfalls ein Wörterbuch.

Vom Erfolg der "Klingonen"-Fachliteratur beflügelt

Der Erfolg der "Fachliteratur" zu Klingonisch, einer Sprache aus "Star Trek", beflügelte Pesch zur eigenen Arbeit in Sachen Elbisch. Mit seiner Familie unterhält sich der Deutsche trotz seiner Kenntnisse nicht in Fantasy-Ausdrucken. "Man kann kann vielleicht die Sprache lernen, aber schon Tolkien hat zugegeben, dass sich Elbisch nicht für Thekendiskussionen eignet." Allerdings könne man mit Hilfe seines Werkes Gedichte verfassen oder sich Namen für Rollenspiele zulegen. Apropos: Alle Namen im "Herr der Ringe" haben eine Bedeutung. Anhand von "Elbisch" lassen sich diese sehr leicht eruieren.

Die Filme von Peter Jackson hält Helmut W. Pesch übrigens für "sehr gut". Der Grund: "Es wurde versucht, das Werk nicht zu interpretieren, sondern ihm gerecht zu werden." Wer elbisch brav gelernt hat, braucht beim Kinobesuch nicht mehr die Untertitel mitzulesen... (APA)

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    Helmut W. Pesch:
    "Elbisch - Grammatik, Schrift und Wörterbuch der Elben-Sprache von J.R.R. Tolkien", Bastei Lübbe, mehr als 500 Seiten, 2003

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