Menschenrechte - Frauenrechte

7. Jänner 2004, 13:49
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Neues Buch widmet sich den Frauenrechten auf internationaler, europäischer und österreichischer Ebene

Dass Recht spannend und auch für Nicht-JuristInnen sehr gut beschrieben sein kann, beweist das im Studienverlag erschienene Buch "Menschenrechte - Frauenrechte". Es beseitigt einen "blinden Fleck" auf internationaler, europäischer und österreichischer Ebene. Die wichtigsten Frauenrechte sind systematisch dargestellt und zeichnen ein interessantes Bild bewegter Frauengeschichte.

Innerhalb der "allgemeinen" Menschenrechte blieben jene von Frauen lange Zeit unbeachtet. Die Rechtsordnungen aller Staaten orientieren sich primär an männlich dominierten Lebensrealitäten. Weibliche Lebenszusammenhänge werden nur in untergeordnetem Maße berücksichtigt. Dank der internationalen Frauenbewegung ändert sich dies langsam. Die Errungenschaften müssen jedoch immer wieder aufs Neue verteidigt werden.

International

Im ersten Kapitel widmet sich Autorin und Universitätslektorin Brita Neuhold der internationalen Dimension von Frauenrechten. Verschiedene Gruppen und "Generationen" von Rechten werden in Entwicklungs-, Organisations- und regionaler Hinsicht beschrieben. Gewalt gegen Frauen und die Weltfrauenkonferenzen bilden eigene Unterkapitel.

Europaebene

Renate Pirstner, Vertragsassistentin an der Universität Graz, widmet sich im zweiten Kapitel des Buches den europarechtlichen Dimensionen. Ausführlich geht sie auf Entwicklung des "Gendergemeinschaftsrechts", das System zur Rechtsdurchsetzung, Frauen und Gewalt sowie Frauenförderung und Gender Mainstreaming ein. Abschließend stellt Pirstner fest, "dass die allgemeinen Sanktionsmechanismen zur Umsetzung des Gender Mainstreaming-Konzeptes eher schwach ausgeprägt sind und (derzeit) spezifische Maßnahmen zur Durchsetzung dieses Konzeptes fehlen".

Österreich

Silvia Ulrich, Assistenzprofessorin an der Universität Graz, beschreibt im dritten Kapitel, wie es in Österreich um die Gleichbehandlung von Frauen und Männern hinsichtlich der Verfassung steht. Ausgewählte Beispiele der einfachgesetzlichen Ebene behandeln unter anderem den Zugang von Frauen zum Bundesheer, den Schutz vor familiärer Gewalt und Gender Mainstreaming. Der Anhang bietet eine Übersicht über genderrelevante Rechtsvorschriften und Materialien.

Das gute und sehr wichtige Handbuch und Nachschlagewerk zu Geschichte und Status Quo von Frauenrechten ist aus einer wissenschaftlichen Kooperation entstanden, die auf die Aigner-Rollett-Gastprofessur für Frauen- und Geschlechterforschung des Wintersemesters 2000/2001 an der Universität Graz zurückgeht.
(dy)

Brita Neuhold, Renate Pirstner, Silvia Ulrich.
Menschenrechte - Frauenrechte.
Internationale, europarechtliche und innerstaatliche Dimensionen.

32,90 Euro / 316 Seiten.
Studienverlag, Innsbruck 2003.
ISBN: 3-7065-1812-0

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Studienverlag

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