VP-Schnider: Mehr Schulautonomie

19. Dezember 2003, 11:49
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...und weniger "Sitzenbleiben" - Steirischer VP-Geschäftsführer bemängelt, dass Schulorganisations- Fragen in Zukunftskommission fehlen

Graz - Für eine Ausweitung der Schulautonomie und die Begrenzung des "Sitzenbleibens" auf jene Fälle, in denen die Eltern des Schülers dies ausdrücklich wünschen, spricht sich der steirische VP-Geschäftsführer Andreas Schnider in der Mittwocherscheinenden Ausgabe der Wochenzeitung "Die Furche" aus. Grundsätzlich bedauert Schnider, dass Fragen der Schulorganisation - etwa der Gesamtschule - im vorgelegten Reformkonzept der Zukunftskommission nicht behandelt worden seien.

"Wenn Ministerin Elisabeth Gehrer (V) sagt, sie will über die Organisationsformen nicht diskutieren, dann nehmen wir die Organisationsformen doch aus dem Schulgesetz heraus", schlägt Schnider im "Furche"-Gespräch vor. "Welche Organisation eine Schule aber hat und welches Personal, das soll sie selbst entscheiden können", plädiert Schnider für eine Erweiterung der Schulautonomie. Ziele und Standards sollten von der Politik vorgegeben werden. Eine regelmäßige Evaluation sei allerdings notwendig und "versteht sich von selbst". Für die Verteilung der Ressourcen sollten in Zukunft nicht die jeweiligen Landesschulräte, sondern "eine kleine Steuerungsgruppe oder eine Bildungsagentur", die nach den Vorstellungen Schniders "beim zuständigen Landesrat" angesiedelt werden sollte, zuständig sein.

"Sitzenbleiben" - nur wenn die Eltern das wünschen

Weitgehend konform mit der Zukunftskommission - nicht aber mit seiner Parteifreundin - Bildungsministerin Gehrer (V) - geht der VP-Landesgeschäftsführer bei der Frage des "Sitzenbleiben". Die Autoren des Reformkonzepts der Zukunftskommission schlagen vor, das Repetieren auf jene Ausnahmefälle zu begrenzen, in denen ein Schüler mehr als zwei "Nicht Genügend" vorzuweisen hat und dessen Eltern das Wiederholen der Klasse ausdrücklich wünschen.

Schnider steht in diesem Zusammenhang auf der Seite der Kommissionsmitglieder Günter Haider, Ferdinand Eder, Werner Specht und Christiane Spiel und hält die Wiederholung ganzer Schulstufen für eine "Vergeudung von Ressourcen". Die Bildungsministerin hat sich in den Medien bereits dezidiert für die Klassenwiederholung - bei gleichzeitigem Ausbau eines Frühwarnsystems - ausgesprochen. Schniders Konter: "Alle Wortmeldungen, auch die von Ministern, sehe ich jetzt einmal als Diskussionsbeitrag." (APA)

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