Iran: Drogenschmuggler bekennen sich zur Entführung von Touristen

10. Dezember 2003, 13:32
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Geiselnehmer fordern fünf Millionen Euro Lösegeld

Teheran - Drogenschmuggler haben sich zur Entführung von zwei Deutschen und einem Iren im Iran bekannt. Wie die iranischen Behörden am Dienstag mitteilten, fordern die Entführer fünf Millionen Euro Lösegeld. Die drei Touristen wurden in der Provinz Sistan-Balutschistan nahe Pakistan entführt, wo sie mit dem Fahrrad unterwegs waren.

"Ein anonymer Anrufer hat in einem Telefonat mit der Polizei die Verantwortung für die Entführung übernommen und fünf Millionen Euro für die Freilassung der Geiseln gefordert", sagte ein Vertreter der Provinzregierung, Gholam Resa Javdan, der Nachrichtenagentur AP. Bei den Geiselnehmern handle es sich um Drogenschmuggler. "Sie wollen einfach Geld", sagte Javdan. Allein in den vergangenen acht Monaten habe die Polizei in Sistan-Balutschistan mehr als 40 Tonnen Drogen von Schmugglern konfisziert. Die Entführung sei offenbar der Versuch, diesen finanziellen Verlust auszugleichen.

Javdan sagte, es sei nicht klar, wann die drei Touristen gekidnappt worden seien. Sie seien auf dem Weg von Bam nach Sahedan gewesen. Das Auswärtige Amt rät dringend davon ab, auf dem Landweg, insbesondere mit dem Fahrrad oder Motorrad, nach Pakistan oder Afghanistan zu reisen: "Bei Reisen - insbesondere bei Individual- oder Trekkingreisen - in den Provinzen Kerman und Sistan-Balutschistan sowie in den Grenzgebieten des Iran mit Pakistan und Afghanistan besteht ein erhebliches Entführungsrisiko", heißt es in seinen Sicherheitshinweisen auf der Web-Site des Auswärtigen Amtes. (APA/AP)

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