Katz- und Mausspiel um die besten Plätze bei Google

11. Jänner 2004, 15:49
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Suchmaschinen-Betreiber wehrt sich mit neuem Algorithmus gegen Manipulationen - Buchautor erklärt Gewichtungsverfahren

Der Kampf um die vordersten Plätze bei Google ist nie zu Ende: Kommerzielle Internet-Anbieter verschaffen sich mit allerlei Tricks einen Platz auf der ersten Trefferseite. Die Betreiber der Suchmaschinen wiederum versuchen, ihre Technik ständig so zu verbessern, dass ihre Ergebnisse möglichst wenig verzerrt werden. In diesen Wochen - so ist in der Internet-Szene zu hören - entwickelt Marktführer Google gerade wieder einen neuen Algorithmus.

Abhängigkeit

Auch der Autor eines jetzt im Wissenschaftsverlag Springer erschienenen Buchs über "Suchmaschinen im Internet" verspricht seinen Lesern, bei genauer Beachtung aller Empfehlungen "eine Website auf Seite 1 bei allen relevanten Suchmaschinen zu positionieren". In seiner fundierten Abhandlung macht Michael Glöggler dann aber auch deutlich, dass dies sehr von der Art des Themas abhängt.

Ranking

So setzen die Suchmaschinen bei der Bewertung von Suchbegriffen unterschiedliche Gewichtungsverfahren ein, die auch die Häufigkeit eines Begriffs im Internet bewerten. Dieser "Inverse Document Frequency Algorithmus" (ITF) bewirkt, dass es überaus schwierig ist, die eigene Web-Site bei Begriffen wie "Sex" oder "Reisen" nach oben zu bringen. Sehr viel leichter ist dies aber bei selteneren Begriffen wie etwa dem Namen einer Wildorchideenart. Andere Kriterien sind die Häufigkeit eines bestimmten Begriffs innerhalb des Web-Dokuments oder die Position auf der Web-Seite: Wenn der Begriff im Titel oder in einer im HTML-Code als Überschrift gekennzeichneten Zeile auftaucht, wird dies ungleich höher bewertet als die Nennung irgendwo im unteren Drittel eines längeren Textes.

Andere Kriterien der Suchmaschinen sind nur bedingt zu beeinflussen. Dazu gehört etwa der "Page Rank" von Google, bei dem berücksichtigt wird, wie viele Hyperlinks es im Internet zu einer bestimmten Seite gibt: Je intensiver diese Vernetzung eines Dokuments, desto größer seine mutmaßliche Bedeutung und damit auch die Chance auf eine vordere Google-Platzierung. Allerdings haben findige Köpfe unter den so genannten Web-Seiten-Optimierern herausgefunden, wie sich auch dieser Page Rank beeinflussen lässt.

Methodisch

Nicht bei Google im Einsatz ist die Technik der "Click Popularity": Hier wird gezählt, wie oft eine von der Suchmaschine aufgelistete Web-Seite angeklickt wird. Missbrauch wird verhindert, indem bei dieser Zählung auch die IP-Adresse registriert wird. Und Glöggler muss eingestehen: "Das große Problem für Content-Anbieter beim Verfahren der Click Popularity ist dessen nur sehr schwierige Beeinflussung zur Verbesserung der Rangposition." Zum Einsatz kommt diese Technik bei allen Suchmaschinen, welche die Fast-Technology verwenden - das ist etwa der Fall bei alltheweb.com.

Manipulationen

Es ist nur im Interesse der Internet-Nutzer, wenn die Ergebnislisten der Suchmaschinen von kommerziellen Manipulationen möglichst unbeeinflusst sind, zumal Unternehmen ja auch die Möglichkeit von bezahlten Links nutzen können. Aus Sicht der Web-Designer ist es aber lohnend, die grundsätzlichen Richtlinien der Suchmaschinen-Optimierung zu beachten. Diese fangen an mit der Beachtung der W3C-Standards für HTML und XHTML, reichen über den empfohlenen Verzicht auf Frames und führen hin zur Überlegung, wie Schlüsselbegriffe so auf der Seite platziert werden, dass sie möglichst ins Auge fallen. Auch die "Meta-Tags" im nicht sichtbaren Kopf eines Web-Dokuments haben ihre Bedeutung, werden von den Suchmaschinen aber nicht mehr umfassend erfasst.

Hin und Her

Das Katz- und Mausspiel der Web-Anbieter mit den Suchmaschinen wird das Internet wohl noch eine lange Zeit begleiten. Wer dabei stets auf dem aktuellen Stand bleiben will, sollte sich im Internet in einschlägigen Foren wie webmasterworld.com auf dem Laufenden halten.

Michael Glöggler: Suchmaschinen im Internet. Funktionsweisen, Ranking Methoden, Top Positionen. Reihe Xpert.press. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2003. 279 Seiten. 44,95 Euro

(APA)

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