Kresse mal nicht auf dem Butterbrot

14. Dezember 2003, 21:29
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Die Hallersche Schaumkresse vermag Schwermetalle auf verseuchten Geländen abzubauen

Potsdam/Halle - Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Golm bei Potsdam und am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle haben wichtige Biomechanismen entdeckt. Demnach könnten bestimmte Pflanzen wie die Hallersche Schaumkresse (arabidopsis halleri) Schwermetalle in großen Mengen aufnehmen und so zur Sanierung verunreinigter Industriegelände beitragen.

Wie der Tagesspiegel berichtete, fanden die Forscher eine organische Verbindung namens Nicotianamin, die in der Lage ist, Schwermetall-Ionen aus ihren ursprünglichen Verbindungen herauszulösen und sie in einen chemischen Komplex einzubinden. Dabei half den Forschern, dass die Erbinformation der Kresse bereits im Detail erforscht ist. Die Schaumkresse schafft es, bis zu 1,5 Prozent der eigenen Masse an Zink in den Blättern abzulagern.

Die Wissenschaftler fanden außerdem Transportproteine, die die Metalle durch die Zellmembranen hindurch schleusen können. "Doch jetzt fängt die Arbeit für die Forscher erst richtig an. Denn wenn mehr darüber bekannt wird, welche molekularbiologischen Hebel manche Pflanzen ansetzen, um auch auf eher ungünstigen Standorten existieren zu können, könnte es irgendwann möglich sein, solche Eigenschaften auf andere Pflanzen zu übertragen. Ute Krämer vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie, Leiterin der Forschungsgruppe, hofft auf eine ganze Reihe wichtiger Effekte", berichtet der Tagesspiegel.(pte)

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