Volkstheater: Eckert aus dem Rennen

9. Dezember 2003, 09:47
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Weil der Bund bei ihrer Bestellung angeblich Subventionen für Bühne einschränken würde - Morak-Sprecherin: "Absurde Behauptung"

Wien - Während die Entscheidung über die Nachfolge von Emmy Werner als Direktor oder Direktorin des Wiener Volkstheaters noch in der laufenden Woche fallen soll, hat sich das Feld der Anwärter um eine höchst aussichtsreiche Kandidatin gelichtet: Bereits am vergangenen Samstag gab die Schauspielerin Andrea Eckert bekannt, ihre Bewerbung - eine von kolportierten 33 - zurückzuziehen.

Dem Hörensagen ist Eckerts Begründung verpflichtet: Ihr lägen Informationen vor, wonach der Bund im Falle ihrer Bestellung seine Subventionspflicht einschränken würde. Eckert hatte zuvor mit der Findungskommission für die künftige Volkstheater-Direktion ein zweistündiges Hearing in "sehr sachlicher und konzentrierter Atmosphäre" absolviert.

Die Erklärung Eckerts im Wortlaut: "Da mir glaubhaft bekannt wurde, dass im Fall meiner Bestellung als Direktorin des Wiener Volkstheaters Staatssekretär (Franz) Morak die Subventionen des Bundes für das Theater entscheidend verringern oder gänzlich streichen würde, ziehe ich meine Bewerbung für das Amt der Direktorin zurück. Es hätte nicht den geringsten Sinn, diese schwierige Position unter budgetären Umständen anzutreten, die mein Team und mich in jedem Fall zum Scheitern verurteilen würden."

Die Erwiderung des Kunststaatssekretärs ließ nicht lange auf sich warten: Als "völlig absurde und aus der Luft gegriffene Behauptung" wies sein Büro die Aussagen Eckerts zurück. Eine weitere undurchsichtige Episode in einem kurios halboffiziellen Procedere: Franz Morak, der wie die Direktoren von Burg und Staatsoper als Parteigänger von Paulus Manker gilt, ist in die anstehende Entscheidungsfindung verfahrenstechnisch nicht involviert. (poh/DER STANDARD, Printausgabe, 9.12.2003)

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