Piep, Piep, Piep

10. Dezember 2003, 18:11
1 Posting
Unser Leben ist von durchdringenden, dauernden Pieptönen begleitet. Sie wurden geschaffen, um unseren Alltag sicherer und effizienter zu machen. Sie wollen sozusagen unser Bestes. Wenn ein Lkw oder sonst ein Großfahrzeug rückwärts fährt, hören wir anhaltendes "Piep, Piep, Piep", oft in den frühen Morgenstunden von der Straße in unser Bett hinein. Es dient unserer Sicherheit: Niemand soll unter die Räder kommen.

Wenn wir den Sicherheitsgurt im Auto nicht anlegen, piept und fiept es. Wenn unser Big Mac mit extra Mayo und matschigen Zwiebelringen ("Heute Balkan special!") fertig ist, piept es wie nicht gescheit. Es sagt uns: Dein Fressi ist da! Wenn unser Nachbar für drei Wochen verreist ist und vergessen hat, seinen elektronischen Wecker abzustellen, hören wir jeden Tag um 5.30 Uhr früh fröhliches Piepen. Über Handys reden wir hier nicht. Mit schlichtem Klingeln und Piepen geben sich die meisten Besitzer nicht zufrieden. Die spielen in einer anderen Liga: "Siegfrieds Rheinfahrt" oder so. Lieber noch aus dem Bereich Filmmusik.

Hier reden wir nur über die unzähligen technischen Piepser, die uns sagen wollen: Wir wachen über dich. Wir verlassen dich nicht. Wir bleiben bei dir. Immer. Und überall. (DER STANDARD, Printausgabe vom 6.12.2003)

  • Artikelbild
    photodisc
Share if you care.