Österreich in britischer Gruppe

5. September 2004, 11:50
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Es hätte sicher schlimmer kommen können: Das ÖFB-Team trifft in der Quali zur WM 2006 auf drei Teams von der Insel

Frankfurt - Für die österreichische Fußball-Nationalmannschaft wird es in der Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland britisch. Bei der Gruppen-Auslosung am Freitag in Frankfurt/Main wurde Österreich in Gruppe sechs mit England, Polen, Wales, Nordirland und Aserbaidschan gelost. Fußball-Mutterland England ist damit erstmals seit einem Viertel-Jahrhundert wieder Gegner einer ÖFB-Auswahl, "Es ist eine sehr schwere Gruppe, aber es hätte für uns sicher schlimmer kommen können", erklärte ÖFB-Teamchef Hans Krankl.

Teamchef halbwegs zufrieden

Krankl hatte sich für seine Mannschaft, die von Formel-1-Serien-Weltmeister Michael Schumacher aus Topf drei gezogen wurde, zwar Schweden und Slowenien aus den ersten zwei Töpfen gewünscht, aber da Gegnern wie Frankreich, Tschechien oder die Niederlande aus dem Weg gegangen wurde, bilanzierte der Teamchef halbwegs zufrieden. "Ich freue mich, dass wir drei Mal gegen britische Gegner spielen. Ich mag die Atmosphäre dort und habe als Spieler gegen diese Gegner gut abgeschnitten. Für die Mannschaft und mich ist es eine sehr interessante Aufgabe", sagte Krankl, dessen Vertrag als Teamchef bis Ende der Qualifikation läuft.

England, mit einer Quote von 8:1 bei Buchmacher William Hill als Nummer sechs unter den WM-Favoriten eingestuft, geht als Top-Favorit in die am 4. September 2004 startende Qualifikation. Nur die Gruppensieger und die zwei besten Zweiten qualifizieren sich direkt für die Endrunde von 9. Juni bis 9. Juli 2006, die anderen sechs Zweitplatzierten haben im Playoff eine zweite Chance. Polen und Wales dürften die stärksten Konkurrenten der Österreicher um den Platz hinter England sein. "Über England braucht man nichts sagen, Wales und Nordirland sind auf unserer Linie, hoffe ich, die wollen wir auch besiegen. Polen wird sehr schwer, Aserbaidschan ist die Unbekannte", so Krankl.

Drei Mal über den Kanal

ÖFB-Präsident Friedrich Stickler sprach ebenfalls von einer schwere Gruppe, meinte aber auch: "Wir hätten es auch schlimmer erwischen können und wieder gegen Tschechien oder die Niederlande spielen müssen. Dafür werden wir drei Mal den Kanal überqueren müssen. Wir haben ein klares Ziel vor Augen: Wir wollen uns für die WM 2006 in Deutschland qualifizieren. Ich richte einen Appell an alle Beteiligten, um alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um dieses Ziel zu erreichen", erklärte der Verbands-Präsident.

Als interessante Gruppe mit schwierigen Gegnern, aber auch als lösbare Aufgabe sahen die Spieler das Los. "Eine interessante Gruppe, natürlich nicht leicht. Gegen die Schotten haben wir gezeigt, dass wir auch auf der Insel Briten schlagen können. Hinter Favorit England sollten wir mit den anderen um Platz zwei kämpfen", meinte Michael Wagner. Andreas Ivanschitz: "Es sind sehr schwierige Gegner, aber ich glaube es ist eine Gruppe, die machbar ist, wo wir uns vielleicht durchsetzen können. Es hat schwierigere Gruppen gegeben, aber mit den drei britischen Mannschaften sind es auch unangenehme Gegner."

Noch keine Erfahrungen mit den Gegnern

Österreich betritt mit der Gruppe sechs Neuland. Gegen keinen einzigen der fünf Gegner hat eine ÖFB-Auswahl bisher in einer WM-Qualifikation gespielt, in der EM-Qualifikation war Nordirland schon drei Mal Gegner, Wales einmal. Fußball-Mutterland England ist erstmals seit 25 Jahren wieder Gegner einer österreichischen Auswahl, seit Österreich am 13. Juni 1979 in Wien einen 4:3-Sieg gefeiert hat. Pezzey und Welzl jeweils mit zwei Treffern schossen das ÖFB-Team (ohne Hans Krankl) damals zum Sieg.

Zufrieden mit der Gruppe zeigte sich der schwedische Teamchef von England. "Wir können mit dieser Gruppe zufrieden sein. Das ist schon okay. Von dem Spiel gegen Wales träumen die Fans heute schon", sagte Sven-Göran Eriksson. (APA)

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