Eiszeit zwischen ÖSV und US-Verband

11. Dezember 2003, 12:17
35 Postings

Giger: "Wir lassen Miller und Co. mittrainieren, umgekehrt kommt nicht mehr sehr viel" - US-Herrenchef macht sich über WC4-Gruppe lustig

Beaver Creek - Italien hat im "Fall Schönfelder" erneut Protest eingelegt und bringt damit die umstrittene Causa aus Park City in die nächste Instanz. Mehr als das ärgert Österreichs Skiverband (ÖSV) aber immer noch, dass sich vor zwei Wochen ausgerechnet "Kooperationspartner" USA als Rädelsführer dieses Protests hervor getan hat. Seitdem hängt der Haussegen zwischen dem ÖSV und den Amerikanern endgültig schief.

Der US-Verband hat sich dem neuerlichen Protest zwar nicht angeschlossen, "momentan befinden wir uns eher in einer Eiszeit", machte auch ÖSV-Herrenchef Toni Giger in Beaver Creek kein Hehl daraus, dass die einst gute Zusammenarbeit mit dem US-Verband seit längerem holpert.

Giger beschwert sich

Was weniger am immer stärker werdenden Bode Miller liegt, sondern vielmehr daran, dass laut Giger die US-Amerikaner ihren Teil des Gegengeschäftes immer dürftiger erfüllen. "Wir lassen Miller und Co mittrainieren, umgekehrt kommt nicht mehr sehr viel. Das werden wir so nicht mehr akzeptieren, denn eine Partnerschaft funktioniert nur, wenn sie von beiden Seiten fair abläuft", so Giger.

Klar ist freilich auch, dass Millers mittlerweile zum großen Konkurrenten der Österreicher im Kampf um den Gesamt-Weltcup geworden ist. "Er ist in einer Superform und die Amerikaner wollen deshalb offensichtlich mit allen Mitteln das Beste für ihn rausholen", ist Giger sich bewusst.

US-Herrenchef witzelt über WC4-Gruppe

Auf der Gegenseite hat US-Herrenchef Phil McNichol seine Meinung bereits in der "Denver Post" deponiert. McNichol macht sich dabei über die neugegründete WC4 des ÖSV lustig. Die Österreicher hätten diese Gruppe nämlich nur gegründet, um sich gegen Miller behaupten zu können. "Bei uns heißt diese Gruppe deshalb nur das A-B-Team. Das Anti-Bode-Team", betont McNichol.

Der sich aber genau deshalb auch ins Fäustchen lacht. "Wegen dieser Allround-Gruppe können österreichische Top-15-Abfahrer nicht mehr starten. Das erzeugt bei den Österreichern Konflikte. Je mehr, desto besser aus unserer Sicht. Bode hat sie ins Chaos getrieben. Und ich hoffe, dieses Chaos erzeugt Unruhe und Anarchie", so McNichol. Miller würde das freilich nicht berühren. McNichol: "Das Einzige, was Bode davon abhalten kann, den Weltcup zu gewinnen, ist seine eigene Leistung."

Marco Sullivan verletzt

Das US-Team hat am Donnerstag einen weiteren Spitzenfahrer verloren: Nach Erik Schlopy landete auch Abfahrtstalent Marco Sullivan mit gerissenen Bändern im Knie im Krankenhaus. Nach einer absoluten Dummheit, denn Sullivan wollte beim Zielsprung einen "Freestyle-Trick" zeigen. Offiziell war ihm deshalb aber niemand böse, auch Miller verteidigte seinen Teamkollegen. "Wir machen so etwas ja fast immer, und ohne Spaß kannst du auch nicht schnell sein. In Kitzbühel aus dem Starthaus zu fahren ist gefährlicher als das, was Sullivan versucht hat."(APA)

Links

ÖSV

US Ski

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Schau Hermann, dort ist das Ziel..."

  • Sullivan ließ im Training den Freestyler raushängen - die Landung war weniger lustig: Diagnose Bänderriss.

    Sullivan ließ im Training den Freestyler raushängen - die Landung war weniger lustig: Diagnose Bänderriss.

Share if you care.