Abnahme des Tinnitus durch Abschwächung der Hirnaktivität

8. Dezember 2003, 14:00
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An neuem Behandlungsansatz wird geforscht

Tübingen - Einen neuen Ansatz zur Behandlung des Tinnitus verfolgen Forscher der Universität Tübingen: Die Experten untersuchten die Rolle einiger Hirnareale bei der Entstehung von störenden Ohrgeräuschen und konnten zeigen, dass Tinnitus dort wahrgenommen wird, wo auch Töne und Sprache verarbeitet werden. Eine gezielte kurzzeitige Abschwächung der Hirnaktivität in diesen Arealen führte bei einigen Patienten auch zu einer vorübergehenden Abnahme des Tinnitus, berichten die Neurowissenschafter Christian Gerloff und Christian Plewnia.

Die Experten vermuten nun, dass in vielen Fällen fehlgerichtete Anpassungsvorgänge des Gehirns nach einer Hörschädigung für die quälenden Geräusche verantwortlich sind. Ähnlich dem Phantomschmerz, bei dem der Schmerz in einem amputierten Körperglied empfunden werde, könnten Patienten selbst nach Entfernen des Innenohrs weiterhin ein dauerndes störendes Geräusch aus dem nicht mehr vorhandenen Ohr wahrnehmen. Genau diese Empfindung müsse ihren Ursprung selbst im Gehirn haben. Die Mediziner wollen nun mit einer gezielten Hirnstimulation die fehlende Aktivität der betreffenden Region normalisieren. (APA/AP)

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