Gerüchte um erneuten US-Mondflug

9. Dezember 2003, 12:35
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Medienberichte über die Suche nach visionären Ideen für eine Nation - Weißes Haus: Hoffnung nicht aufgeben

Washington - Die USA erwägen laut amerikanischen Medienberichten nach mehr als 30 Jahren eine Rückkehr zum Mond. Das Weißen Haus bestritt zwar am Donnerstag offiziell, dass Präsident George W. Bush in "unmittelbarer Zukunft" eine solche Initiative bekannt geben werde. Zugleich verlautete jedoch aus Regierungskreisen, eine neue Mondlandung gehöre zu den Projekten, die zur Zeit debattiert würden.

Die "Washington Post" berichtete am Freitag, das Weiße Haus sei ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen auf der Suche nach neuen visionären Ideen, hinter denen sich die ganze Nation vereinen könne. Neben einer möglichen Mondlandung oder einer bemannten Mars-Expedition würden etwa auch große Initiativen zur Bekämpfung des Hungers oder von Kinderkrankheiten debattiert.

Mondstation

Zu den Befürwortern einer Rückkehr zum Mond gehört den Berichten zufolge Vizepräsident Dick Cheney. Debattiert werde unter anderem eine permanent Mondstation, von der aus Forschung - auch militärische - betrieben werden könne. Zudem könne die Mondstation als Basis für eine bemannte Mars-Mission dienen.

Die Reaktion auf die Gerüchte war am Freitag sehr unterschiedlich. Robert Park von der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft sprach in der Zeitung "USA Today" von einer "peinlichen" Idee und erklärte: "Wir waren da, haben es gesehen." Der republikanische Abgeordnete Dana Rohrabacher begrüßte die Debatte dagegen. Der Mond könne zu mehr genutzt werden als nachts Licht zu spenden.

Weißes Haus schließt Mondflug nicht aus

Der Stabschef des Weißen Hauses, Andrew Card, hat eine Rückkehr der USA zum Mond nicht ganz ausgeschlossen. Auf eine entsprechende Frage im Fernsehsender CBS sagte Card am Sonntag, die USA würden die Erkundung des Weltraums und die damit verbundenen Hoffnungen nicht aufgeben. Doch er wolle nicht in Details gehen, zunächst müsse sichergestellt werden, dass es genügend Geld gebe. Der Präsident habe sich zudem verpflichtet, dafür zu sorgen, dass alle Amerikaner zu Hause sicher seien und der Etat stimme.

Unklare Finanzierung

Den Gerüchten zufolge könnte Präsident Bush bei den Feiern zum 100. Jahrestag des ersten Motorflugs der Gebrüder Wright am 17. Dezember oder in seiner Rede an die Nation im Jänner eine Rückkehr der USA zum Mond ankündigen. Unklar war zunächst, wie eine solche Initiative finanziert werden könnte. Die USA haben ein riesiges Defizit und geben Milliarden für die Stabilisierung des Irak aus.

Auch Bushs Vater hatte 1989 Pläne für einen neuen Flug zum Mond und sogar eine bemannte Mars-Expedition angekündigt. Die Überlegungen versickerten jedoch angesichts der Kostenschätzungen von bis zu 400 Milliarden Dollar (331 Mrd. Euro) im Sand. (APA/dpa)

  • Archivbild: Austronaut Eugene Cernan und Apollo 17 am 19. Dezember 1972 am Mond

    Archivbild: Austronaut Eugene Cernan und Apollo 17 am 19. Dezember 1972 am Mond

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