Advent 2003

15. Dezember 2003, 18:38
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Wenn einmal Benita Ferrero-Waldner "soziale Kälte" verspürt ... - Von DAG

Im Pakt mit dem Kalender mehren sich nun die Stimmen, die uns gut zureden, ein bisschen an den Nächsten zu denken. Das machen wir gern ein paar Sekunden, oft geht sich sogar noch der Übernächste aus, aber dann müssen wir wieder. - Dranbleiben, sonst ist man schnell weg in Zeiten wie diesen.

Wenn einmal Benita Ferrero-Waldner "soziale Kälte" verspürt, muss es schon grimmig kalt sein auf der Straße. Dort verlangsamen 248.000 Rekordarbeitslose mangels Richtung ihren Schritt. Der rüde "Sparkurs der Regierung" weckt die Panikraffsucht der Euro-Ausbeuter und schürt den Konkurrenzkampf der minderprivilegierten Masse. Geteilt wird nur noch die Angst, dem anderen könnte es weniger schlecht gehen als einem selbst. Intellektuelle feilschen in privaten Fehden um die Missgunst der Stunde. Das Fernsehen erweitert die Kampfzone ins Wohnzimmer. Konkurrenten werden aus dem Container geworfen, im Sportflirten ausgetrickst, mit Augenaufschlägen bezwungen und mit Friend-ship-Tickets pseudobarmherzig ans Ufer gezerrt, auf dass sie dort die nächste Welle erfasse. Die Botschaft: Sieger ist, wer den Nächsten zum Verlieren bringt. Indes hängt Kurt Krenn irgendwo ein neues Kreuz auf. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.12.2003)

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