Das optimale Warm-Up

1. Dezember 2004, 17:30
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In den Fernsehübertragungen von Bildern am Start sieht man die vielfältigsten Aufwärmmethoden, welche ist die Beste?

Frage:In den Fernsehübertragungen von Bildern am Start sieht man die vielfältigsten Aufwärmmethoden, welche ist die Beste? Wie wärmt man sich als Freizeit Skifahrer auf? Viele Empfehlungen gehen in Richtung Dehnen. Neulich habe ich aber einen Bericht gesehen, der Dehnen als nicht sinnvoll dargestellt hat. Und ich sehe eigentlich kaum einen der aus der Gondel steigt und sich irgendwie aufwärmt. Ist es also gar nicht notwendig?

Nicola: Als Rennläufer hat man so etwas wie ein ganz persönliches Warm Up Ritual, das schon mit dem Aufstehen am Morgen beginnt. Generell umfasst es das Aktivieren von Körper- und Mentalwahrnehmung, Mobilisierung von Gelenken, Muskeln und dem Herz- Kreislaufsystem. Man unterscheidet zwischen passivem Aufwärmen – z.B. Massagen, heiße Duschen und Einreibungen – und aktivem Aufwärmen – stimulierenden und lockernden Bewegungen, intensives „Einfahren“, energetische und mentale Praktiken.

„Dehnen“ ist ein Thema, das in der Welt des Sports momentan für zahlreiche Kontroversen sorgt. Neueste Studien z.B. der Universität Sydney und auch traditionelle Gesundheits- und Mobilitätspraktiken wie z.B. die Feldenkrais Methode betrachten intensives statisches Dehnen als hohe Belastung der elastischen Strukturen der Muskelfasern – entgegen dem subjektiven Gefühl, das eine Abnahme der maximalen Dehnungsspannung von Wiederholung zu Wiederholung vortäuscht. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, statisches Dehnen – wenn überhaupt – nur äußerst vorsichtig in der Aufwärmphase vor muskulären Höchstleistungen einzusetzen.

Auch für Freizeitsportler ist Aufwärmen besonders wichtig um das Verletzungsrisiko zu verringern und den Spaß zu Erhöhen. An erster Stelle stehen Akklimatisieren in ungewohnter Umgebung und Höhe und ein Start mit warmen und gelockerten Muskeln. Nach der Ankunft auf der Bergstation ein paar Schritte gehen, den Anblick der Landschaft und das Atmen der frischen Bergluft genießen, sich in der Umgebung umsehen – lockert besonders den Nacken- und Schulterbereich - und natürlich Bewegung jeder Art, von der Schneeballschlacht bis zur Gymnastik. Auch „Einfahren“ sollte in einem guten Warm Up nicht fehlen: zuerst in leichtem Gelände langsam anfangen, öfter stehen bleiben (am Pistenrand) abchecken der Schnee- und Pistenqualität. Generell sollte jedes Kältegefühl vermieden werden - wenn es zwischendurch zu kalt wird, sollte man bevor man zittert und friert eine gemütliche Pause in der Skihütte einlegen und viel warme Flüssigkeit zu sich nehmen (Suppe, Tee – kein Alkohol!).

Kolumne

Alles zu 'Innenski' + das Illustrierte Ski & Snow Lexikon

Nicola Werdenigg in Kürze

On snow (seit 1958)
On skis (seit 1960)
Online (seit 1995) Redaktion für
kunstpiste.com

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