Taiwan-Streit: China droht

7. Dezember 2003, 21:38
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Chinesische Offiziere hatten kürzlich mit Krieg gedroht, sollte sich Taiwan auf die Unabhängigkeit zubewegen - Powell fordert Zurückhaltung

Peking/Washington - Die Volksrepublik China hat erneut damit gedroht, seinen Souveränitätsanspruch gegenüber Taiwan notfalls mit allen Mitteln zu verteidigen. In Kommentaren der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua und der "Volkszeitung" vom Samstag hieß es im Vorfeld des Besuchs des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jibao in den USA, sollte die Regierung Taiwans gemeinsame Sache machen mit den "Separatisten", um seine Unabhängigkeit zu erreichen, werde die Regierung in Peking "die nationale Souveränität und territoriale Integrität Chinas...um jeden Preis" verteidigen.

Erst kürzlich hatten chinesische Offiziere offen mit Krieg gedroht, sollte sich Taiwan auf die Unabhängigkeit zubewegen, auch wenn dies dann zum Boykott der Olympischen Spiele 2008 in Peking führen sollte.

Peking sorgt sich, Taiwan könnte sich wirklich unabhängig machen

Hintergrund ist die Sorge in Peking, Taiwans Präsident Chen Shui Bian könne Ernst machen mit einem von ihm angekündigten Referendum über die Unabhängigkeit Taiwans, wodurch das auch von den USA anerkannte Prinzip "Ein China" angetastet würde. Die kommunistische Volksrepublik China verfolge weiterhin das Ziel einer "friedlichen Wiedervereinigung" mit seiner 1949 nach dem Bürgerkrieg abgespaltenen Provinz, hieß es in den Kommentaren.

1979 hatten die USA, die gleichwohl noch immer starke militärische Bindungen zu Taiwan unterhalten, die Anerkennung Taipehs zugunsten Pekings aufgegeben.

US-Außenminister Colin Powell versuchte, die Wogen im Vorfeld des chinesischen Besuchs bei Präsident George W. Bush zu glätten. Er bekräftigte, an der Ein-Staaten-Theorie werde nicht gerüttelt, und die USA unterstützten die Unabhängigkeit Taiwans nicht. Die jüngste Rhetorik zwischen China und Taiwan werde im übrigen in den USA nicht als alarmierend angesehen. Beide Seiten täten jedoch gut daran, sich darüber im Klaren zu sein, wo ihre jeweiligen Interessen lägen, und sich sorgfältig zu überlegen, was sie sagten, fügte Powell hinzu. (APA/Reuters)

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