UN-Experten warnen vor Krise für Skigebiete

4. Dezember 2003, 19:02
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Schneemangel durch Klimawandel - mit Infografik

Turin - Dem Wintersport in den Alpen droht wegen des Klimawandels vielerorts das Aus. In den kommenden Jahrzehnten werden wegen Schneemangels die Skilifte häufig stehen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des UN-Umweltprogramms Unep, die am Dienstagabend bei einem Sportkongress in Turin vorgestellt worden ist.

Grundlage der Studie sind internationale Temperaturvorhersagen. Denen zufolge wird bis zum Jahr 2100 die durchschnittliche Temperatur um 1,4 bis 5,8 Grad steigen, sollte keine deutliche Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen wie Kohlendioxid erreicht werden.

Die Forscher der Universität Zürich nennen das in nur 760 Meter Höhe gelegene Kitzbühel als das prominenteste mögliche Opfer. Deutschland und Österreich wären besonders betroffen, weil viele Wintersportorte recht tief lägen. Auch die Skigebiete im Schwarzwald und im Allgäu seien akut gefährdet. In der Schweiz könnte jeder zweite Wintersportort die Folgen der Klimaerwärmung stark zu spüren bekommen.

Kunstschnee

Selbst die Erzeugung von Kunstschnee könne wegen der steigenden Temperaturen immer schwieriger werden. In Österreich zum Beispiel werde die Schneefallgrenze in den nächsten 30 bis 50 Jahren um 200 bis 300 Meter steigen.

Das Ausweichen auf Gletscher sei nur bedingt möglich. Diese seien im vergangenen Jahrhundert deutlich zurück gegangen. Auch Umweltgründe wie die Gefahr von Erdrutschen und die Schwierigkeiten beim Bau neuer Seilbahnen wurden genannt.

Der Obmann des Fachverbandes österreichischer Seilbahnen, Ingo Karl, sieht dennoch "kein Krisenszenario". "Gewisse Schwankungen" oder "schwache Winter" habe es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gegeben sagte Karl und sprach weiters von "lancierten Meldungen" angesichts des durch die Witterung verzögerten Winterbeginns.

Auch die Fremdenverkehrs-experten der wichtigsten Skigebiete in Österreich meinten, mit einer flexiblen Planung einem eventuellen Wegfall von Pistenregionen entgegenwirken zu können. (APA, red, Der Standard, Printausgabe, 04.12.2003)

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