Bauer-Verlag drängt in deutschen Zeitungsmarkt

12. Dezember 2003, 14:06
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Aufbau einer Regionalzeitungsgruppe geplant - Umsatz ging leicht zurück

Die Hamburger Verlagsgruppe Bauer will größer in den deutschen Zeitungsmarkt einsteigen: Das Haus plane den Aufbau einer Regionalzeitungsgruppe, wie Verleger Heinz Bauer am Mittwoch bei der Vorstellung der Bilanz bestätigte. Er nannte aber keine genauen Objekte.

"Wir sind immer offen, wenn sich interessante Erweiterungen unseres Unternehmens ergeben sollten", erklärte Bauer. Der Verleger war vor wenigen Monaten mit dem Einstieg beim Berliner "Tagesspiegel" gescheitert, den der Holzbrinck-Verlag auf Druck der Kartellbehörden verkaufen musste.

Investitionen in den Fernsehbereich

Bauer gehört bereits die Magdeburger Zeitung "Volksstimme". Die Kasse des Unternehmens ist offenbar für Übernahmen gut gefüllt, erst im Sommer hatte Bauer für den Kauf des Fernsehsenders ProSiebenSat.1 mitgeboten und war dem Vernehmen nach bei einer Summe von 1,9 Mrd. Euro ausgestiegen. Bauer ist nach eigenen Angaben auch weiter bereit, im Fernsehen zu investieren. Ihm gehören rund 30 Prozent von RTL2.

Im Geschäftsjahr 2002 Jahr musste der Bauer-Verlag einen leichten Umsatzrückgang von 2,4 Prozent auf 1,71 Mrd. Euro hinnehmen. Für das laufende Jahr sagte Bauer einen Anstieg auf 1,72 Mrd. Euro voraus. Über den Ertrag wollte Alleinbesitzer Bauer nichts sagen, deutete aber an, dass allein die Gewinne des Auslandsgeschäftes ausreichen würden, um mit seiner ganzen Familie gut davon zu leben. Er könne "den Gewinn im Inland auf Null fahren" und dennoch gut leben.

Auseinandersetzungen in der Verlagsbranche

Offenbar spielte Bauer damit auf die Preiskämpfe in der Verlagsbranche an, die nach seiner Einschätzung noch zunehmen werden. Die Auseinandersetzungen würden noch "einige Jahre dauern", sagte er. Der vor allem in den Bereichen Frauenzeitschriften, Jugend und TV-Zeitschriften starke Verlag werde jeden Preiskampf mitmachen. Langfristig seien die Kämpfe aber eine Gefahr für die gesamte Branche, sagte Geschäftsführer Manfred Braun.

Im Ausland legt der Verlag bei den Auflagen weiter zu, was sich aber wegen der Dollarschwäche nicht in den Umsätzen der deutschen Bilanz niederschlägt. Der Auslandsumsatz ging vielmehr um 15 Mio. Euro auf 627 Mio. Euro zurück. Wichtigste Auslandmärkte sind USA und Großbritannien. Bauer veröffentlicht weltweit 120 Titel, davon 33 in Deutschland ("Bravo", "TV Hören und Sehen", "TV14" "Neue Revue", u.a.). (APA/AP)

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