Der Amtmann soll in Zukunft eine Frau sein

4. Dezember 2003, 09:07
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Entscheidung der Gleichbehandlungs- Kommission

Eisenstadt/Wien - Zurück an den Start heißt es in der burgenländischen Gemeinde Marz (Bezirk Mattersburg). Die Gleichbehandlungskommission des Landes hat im ersten Gutachten ihres fünfjährigen Bestehens entschieden, dass bei der Besetzung des Amtmannes ein Fall von Ungleichbehandlung vorliegt.

Die Vorgeschichte: Bürgermeister Otto Scheiber (VP) besetzte nach einer Ausschreibung den vakanten Posten im September mit einem Mann. Dieser hatte die Altersgrenze von 40 Jahren bereits überschritten, dennoch akzeptierte die Personalabteilung des Landes in einem Schreiben die Anstellung, da laut Bewertungsbogen kein anderer Kandidat und keine andere Kandidatin gleich geeignet waren.

Eine Gemeindeangestellte, die sich ebenfalls beworben hatte und noch dazu eine entsprechende Dienstprüfung vorweisen konnte, sah das nicht so. Die Frau, die zu keiner Stellungnahme bereit war, wandte sich an die Gleichbehandlungskommission - diese stellte eine Ungleichbehandlung fest.

Der Marzer Amtmann wiederum versteht nicht, warum die Personalabteilung des Landes nach dem Gutachten ihr eigenes Schreiben widerruft, in dem ihm mitgeteilt worden war, dass er den Posten erhalte: "Immerhin haben ich aufgrund dessen einen sicheren Job bei einer Versicherung in Wien aufgegeben." Im neuen Bescheid der Personalabteilung stehe nun, dass ihn der Bürgermeister bis 15. Dezember kündigen müsse.

Doch Scheiber denkt nicht daran und will sich nun an den Verwaltungsgerichtshof wenden. Denn, so der Bürgermeister, das Gutachten der Gleichbehandlungskommission dürfe keinesfalls als Grundlage für einen Bescheid herangezogen werden. (fern/DER STANDARD, Printausgabe 03.12.2003)

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