Rekord an Einbürgerungen

4. Dezember 2003, 14:00
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Um 20,5 Prozent mehr als im Vorjahr - Herkunftsland Nummer eins bleibt die Türkei - Stärkster Zuwachs in der Steiermark

Wien - Österreich wird heuer mehr als 40.000 Personen einbürgern. Im Vorjahr waren es 36.011. Damit wird die Zahl der neuen Staatsbürger laut Statistik Austria in diesem Jahr einen absoluten Rekordwert erreichen. Genau 31.779 im Inland ansässige Personen erhielten heuer bisher die österreichische Staatsbürgerschaft. Das war um 20,5 Prozent mehr als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres. Den stärksten Zuwachs verzeichnet die Steiermark, den geringsten Oberösterreich. Herkunftsland Nummer Eins der neuen Österreicher bleibt die Türkei.

Seit drei Jahren werden im letzten Quartal des Jahres mehr neue Staatsbürgerschaften erteilt als in den Vorquartalen, so dass die Zahl der Neo-Österreicher heuer mit Sicherheit auf über 40.000 steigen wird.

Vor zehn Jahren waren es 14.131, 1998 gab es 17.786 Einbürgerungen. Ein wesentlicher Grund für die starke Zunahme der neuen Staatsbürgerschaften ist der Zuwanderungs-Boom der frühen 90er-Jahre. Die damals ins Land gekommenen Personen haben jetzt die Möglichkeit, die österreichische Staatsbürgerschaft auf Grund eines seit mindestens zehn Jahren nachgewiesenen Wohnsitzes zu beantragen.

Von Jänner bis September 2003 wurden laut Statistik Austria in acht Bundesländern mehr Einbürgerungsbescheide ausgestellt. Den stärksten Zuwachs verzeichnete gegenüber dem Vorjahreszeitraum die Steiermark mit einer Zunahme um 1.214 oder 82,9 Prozent auf 2.678 Einbürgerungsfälle, gefolgt von Niederösterreich (plus 67,7 Prozent, 3.982), Kärnten (plus 48,2 Prozent, 815), Burgenland (plus 20,4 Prozent, 531). Unterdurchschnittliche Zuwächse wurden in Oberösterreich (plus 17,2 Prozent, 5.393), Wien (plus 11,9 Prozent, 12.328), Tirol (plus 8,5 Prozent, 2.116) und Salzburg (plus 6,4 Prozent, 1.901) verzeichnet. Weniger Einbürgerungsbescheide wurden in diesem Zeitraum nur in Vorarlberg (minus 7,1 Prozent, 2.035) ausgestellt.

Unter den insgesamt 128 Herkunftsländern blieb die Türkei mit 9.770 Eingebürgerten absoluter Spitzenreiter. Aus Jugoslawien (Serbien-Montenegro) kamen 6.737, aus Bosnien-Herzegowina 5.744, aus Kroatien 1.899 und aus Rumänien 1.665 Neo-Österreicher. Zwischen je etwa 400 und 700 österreichische Staatsbürgerschaften wurden an Personen aus Mazedonien (644); Polen (540), Ägypten (430), Indien (419) und China (407) verliehen.

Der Anteil der in Österreich geborenen Personen, die im abgelaufenen Zeitraum eingebürgert worden sind, betrug 9.603 (30,2 Prozent). Tatsächlich ist die Zahl der Ermessenseinbürgerungen aus diesem Titel in den ersten neun Monaten um 30,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 11.373 angestiegen. Nach mindestens vier- bzw. sechsjährigem Wohnsitz aus besonders berücksichtigungswürdigem Grund erhielten 1.198 Personen (minus 18,4 Prozent) die Staatsbürgerschaft. Auf Grund eines Anspruches wurden 3.813 Personen (plus 21,6 Prozent) eingebürgert, davon gab es wegen der Ehe mit einem Österreicher oder einer Österreicherin 1.998 Fälle (plus 6,4 Prozent). Unter dem Titel "Erstreckung der Verleihung" wurden 15.381 Ehegatten und Kinder österreichische Staatsbürger (plus 17,8 Prozent). (APA)

  • Österreich hat einen Rekord an Einbürgerungen zu verzeichnen.
    montage: derstandard.at

    Österreich hat einen Rekord an Einbürgerungen zu verzeichnen.

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