Literaturhaus Salzburg kooperiert

8. Dezember 2003, 21:15
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Geldknappheit zwingt zu Zusammenarbeit mit österreichischen und deutschen Literatur-Institutionen - Jahresthema 2004: "Grenzen überschreiten"

Salzburg - Der Verein Literaturhaus Salzburg präsentierte am Montag seine Themen, Pläne und Schwerpunkte für 2004. Inhaltlich will sich das Literaturhaus im kommenden Jahr auf das "Überschreiten von Grenzen" konzentrieren und zum Beispiel das Thema Israel und Palästina ausführlich beleuchten. Zudem wagt das Literaturhaus die Verbindung zwischen Literatur und Jazz und erarbeitet gemeinsame Projekte mit Literaturhäusern in Österreich und Deutschland.

"Geldknappheit zwingt uns, gemeinsame Sache zu machen"

"Wir wollen unabhängig vom Buchmarkt österreichweit und im gesamten deutschen Sprachraum Themen setzen. Das können wir alleine nicht, daher werden wir die Zusammenarbeit mit den Literaturhäusern in München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Köln und Berlin intensiv fortsetzen sowie neue Kooperationen mit neun der wichtigsten Österreichischen Literaturhäusern und Literaturvereinen eingehen", sagte der Salzburger Literaturhaus-Geschäftsführer Tomas Friedmann. "Die österreichischen Literaturhäuser sind zwar großteils ganz anders strukturiert und organisiert als wir, aber die Geldknappheit zwingt uns, gemeinsame Sache zu machen. 2004 wird es eine Veranstaltungsreihe in ganz Österreich geben, deren Titel noch nicht genau feststeht", erläuterte Friedmann.

Neue Reihe: "Literatur und Jazz"

Neu ist im kommenden Jahr die Reihe "Literatur und Jazz". Vorerst an drei Abenden im Februar werden Jazzbands gemeinsam mit Literaten auftreten, wobei beide Kunstformen nicht nur nebeneinander stehen, sondern ineinander verwoben werden sollen. "New York - von Kafka bis Auster", "Literaturcafe Wernbacher" und "aus.bruch" von Bodo Hell und dem Trio Inflagranti heißen die Programme. Daneben wird es einen James-Joyce-Schwerpunkt, die von Ludwig Laher zusammengestellte Reihe "Geboren zwischen 1948 bis 1955", Ausstellungen von bildnerisch tätigen Autoren und Autorinnen wie Franzobel oder Herta Müller oder eine weitere Auflage des mit 10.000 Euro dotierten "Preis der Literaturhäuser" geben.

Subventionen des Bunds von 100.000 auf 72.000 geschrumpft

Großes Thema dieser Pressekonferenz im Literaturhaus war das Geld. Der mit insgesamt 482.000 Euro subventionierte Verein habe deutlich weniger Geld für die Literatur selbst, argumentierte Friedmann: "Die Subventionen werden weniger, allein die Unterstützung des Bundes ist von 1999 bis 2003 von jährlich 100.000 auf 72.000 Euro geschrumpft - Stadt und Land haben die Subventionen nur marginal erhöht. Gleichzeitig steigen Personal- und Betriebskosten permanent. Zudem macht uns die mit 25 Prozent auf alle Ausgaben skandalös hohe Ausländersteuer schwer zu schaffen", erläuterte Friedmann. (APA)

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    grafik: literaturhaus salzburg
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