Wirklich obszön

2. Jänner 2004, 13:46
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"Dismissed" ist obszön. Zu sehen jeden Samstag um 17 Uhr in ORF 1. Bis auf Folge sechs. Ausgerechnet ...

Monika Lindner, die Generaldirektorin des ORF, und ihre Einflüsterer haben vollkommen Recht. "Dismissed" ist obszön. Zu sehen jeden Samstag um 17 Uhr in ORF 1. Bis auf Folge sechs. Ausgerechnet.

Die Anstalt rückte das Band nicht heraus, gewiss mit Rücksicht aufs Seelenheil des TV-Kritikers. Wir haben's trotzdem.

Folge sechs ist tatsächlich obszön. Da schieben sich Zungen in Großaufnahme in die Mundhöhle des Nächsten, da wird im Whirlpool gefummelt, da schwingt sich eine Kehrseite im String wie aus dem Uhse-Katalog lasziv wie großformatig durchs Bild und die passende Vorderseite erst seit kurzem wahlberechtigter Menschen reibt recht forsch an jener des Gegenübers. Kleine Leckereien werden diesmal nur aus der Hand, nicht wie sonst von Körperteilen des Mitspielers genascht.

Doch nicht an den Leibesübungen von Daniel, Daniela und Anika liegt es, dass der ORF Folge sechs nicht bringt. Sondern weil Arne sein Anforderungsprofil an den Traummann als Längenmaß deutet, sich mit Mitbewerber Adrian "keinen geilen Sex" vorstellen kann und sagt: "Na klar soll er mir einen blasen."

Deftigere Taten überlassen diese drei bis auf kurze Brustberührung den Heteros: Selbst Arne freut sich nur mit der Andeutung eines Wangenkusses, dass Martin ihn Adrian vorzog.

Total obszön. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 2.12.2003)

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