Eine Roadmap für den Breitbandausbau

2. Dezember 2003, 21:00
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Eine Studie des Telekom-Regulators soll detaillierte Leitlinien liefern, wie Breitband-Internet in benachteiligten Regionen ausgebaut werden kann

Rund 25 Prozent der österreichischen Bevölkerung leben weit weg von schnellen Internetanschlüssen, ergibt eine Untersuchung, die die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) derzeit im Auftrag des Infrastrukturministeriums durchführt. "Es gibt den ,digital divide', die Kluft bei den Zugängen zu modernen Kommunikationsmedien, also bereits", sagt dazu Telekom-Regulator Georg Serentschy. Vor allem in Landstrichen im Norden, Osten und Süden von Österreich, an der Grenze zum ehemaligen Ostblock, fehlt eine Breitbandanbindung, die immer mehr "zu einem unmittelbaren Erfolgsfaktor im Standortwettbewerb" wird.


Förderhebel

In diese Gegenden werden auch voraussichtlich die zehn Millionen Euro fließen, mit der die Regierung eine Breitbandinitiative dotiert hat. Dabei will man mit dem Geld eine Hebelwirkung erzielen, indem auch Landes- und Privatgelder sowie EU-Strukturfonds zur Strukturverbesserung angezapft werden sollen.

Dazu, erklärt Serentschy, wird die Untersuchung noch um ein so genanntes "Indikatorenmodell" erweitert. Das bedeutet, dass in die Untersuchung noch eingearbeitet werden soll, welche Bevölkerungs- und Betriebsstrukturen sowie welchen Firmenmix es in den betroffenen Regionen gibt.

Ziel der Untersuchung ist es herauszufinden, welche Art von schnellem Internetzugang für die Region am idealsten ist. Doch wolle die RTR keine Plattformentscheidungen treffen, erklärt Serentschy, weder aufseiten der möglichen Breitbandanschlüsse (wie Wirless Lan oder ADSL per Telefonleitung) noch durch ebenfalls geeignete digitale TV-Kabelnetze: "Es muss lokal und regional entschieden werden, welche Technologie für die Entwicklung des Gebiets am besten ist."

Zu den Vorwürfen des Generalsekretärs des Raiffeisenverbands, Ferdinand Maier, in der letzten Ausgabe der Zeitschrift Trend, die Telekom-Control-Kommission "protegiere ungeniert den Exmonopolisten Telekom Austria", erklärte Serentschy, diese Vorwürfe gingen an der Markt-und Sachlage vorbei: "Im Telekommunikationsbereich gibt es seit Beginn der Liberalisierung eine Vielzahl von Anbietern, sinkende Tarife und neue Dienste. Die Branche zeichnet ein hohes Maß an Wettbewerb aus."

Deshalb müsse man die Liberalisierungsbemühungen in der Branche auch schön langsam ändern. Ab etwa Mitte nächsten Jahres, wenn festgelegt ist, welche Anbieter in welchen Telekommunikationsteilmärkten über eine "beträchtliche Marktmacht" verfügen, kann es auch zu Vorabverpflichtungen gegen diese Unternehmen kommen. Wie DER STANDARD berichtete, wird der Telekommunikationsmarkt dann nicht mehr als ein Ganzes betrachtet, sondern in 18 Einzelmärkte (zum Beispiel Festnetz, Lokalgespräche, Endverbraucher, Mobilfunk, Ferngespräch, Businesskunden) zerlegt. Durch Untersuchungen dieser Einzelmärkte soll die kommende Regulierungsarbeit "nicht softer, sondern punktgenauer werden."(Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe vom 2.12.2003)

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RTR

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    Es gitb schon längst einen "Digital Divide" in Österreich, sagt Telekom-Regulator Georg Serentschy.

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