"Wir schreiben das Jahr 2104"

5. April 2004, 16:01
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Wanadoos "Haegemonia - The Solon Heritage" im Test - 3D-Weltraumschlachten und Strategie beherrschen die Welt

Können Sie sich noch an "Haegemonia: Legions of Iron" erinnern? Vor fast genau einem Jahr brachten Wanadoo und Digital Reality diesen Titel auf den Markt. Damals wurde das 3D-Echtzeit-Strategiespiel im Weltraum mit Homeworld und vom umfangreichen Forschungs- und Wirtschaftsteil mit "Master of Orion 2" verglichen.

Add-On im Handel

Zwar heißt es "Review" doch ein Spiel nach einem Jahr zu besprechen macht wenig Sinn - diese Erkenntnis schmerzt um so mehr als es damals keine Rezension im WebStandard gab - und "Haegemonia" die Weihnachtsferien 2002 bei mir maßgeblich mitbestimmte. Aber nun brachte Wanadoo das Add-On "Haegemonia - The Solon Heritage" auf den Markt und diesmal kommt auch die Rezension rechtzeitig. Laut Hersteller-Angaben wird das Add-On einzeln oder auch mit dem Original-Spiel als Collectors Edition angeboten werden.

Krieg Erde gegen Mars

Genug geschwafelt, nun geht’s ab ins Jahr 2104. Das Universum ist noch immer unendlich, aber um einige bewohnbare Orte reicher. Die wachsenden Mars-Kolonien, beziehungsweise deren Bevölkerung, verlangen von der Mutter Erde mehr Rechte und Autonomie. Wie so oft im Verlaufe der Menschheitsgeschichte freut dies die Kolonialmacht nicht und so startet eine Verhandlung. Am 3. Juli 2104 treffen sich Terraner (die machthabende Erdenbevölkerung) und die Kolonisten vom Mars zu einer Konferenz. Ein Ergebnis zeichnet sich im Laufe der Verhandlungen nicht ab - Marsianer fliegen Richtung Heimat und werden abgeschossen - Mars verlangt Aufklärung und setzt Ultimatum, Erde kann (will?) nicht aufklären und somit kommt was kommen muss - die Organisation der Kolonisten erklärt der Weltregierung den Krieg.

Welche Seite?

Dies war die Vorgeschichte möglichst kurz prägnant und hoffentlich verständlich. Nun hat der Spieler die Qual der Wahl: Will er auf der Seite der Erde kämpfen oder die Marsianer zum Sieg führen? Die Mars-Hauptcharakterin nennt sich Captain Nilea Cortilliari, ihr Gegenspieler ist der Terraner Captain Jack Garner. Während die Erde über mehr Einwohner und daher auch über mehr Soldaten verfügt, sind die Kolonisten technologisch vorgeschrittener und im Guerilla-Krieg erfahren.

Feinde vereint

Da die Menschheit ja bekanntlich dazu neigt zuerst zu kämpfen und erst dann zu reden, stellt sich schon bald heraus, dass es einen lachenden Dritten im Bunde gibt, der die Macht im Universum an sich reißen will und so die Menschen gegeneinander aufhetzt. Als es schon fast zu spät ist, erkennen die Terraner und Marsianer die Gefahr und verbünden sich zu einem Krieg gegen die extraterrestrischen Feinde.

Vier (fünf) Rassen

In "Haegemonia" gibt es vier Rassen: die Menschen, zunächst noch unterteilt in Erde und Mars, die menschenähnlichen Kariaks, deren schlimmste insektenähnlichen Feinde die Dazoks und die hoch entwickelten Solons. Diese Solon sind derart hoch entwickelt, dass sie gar nicht erst im Spiel vorkommen müssen um die Geschehnisse zu beeinflussen. So warten verlassene Schiffe und Stützpunkte auf die Entdeckung und bieten so manche Überraschung. Nur mit der menschlichen Rasse kann im Übrigen der Kampagne-Modus gespielt werden. Alle Rassen sind zu Szenario-, Skirmish- oder Multiplayer-Spielen zu gebrauchen. Wie nicht anders zu erwarten, bietet jede Rasse unterschiedliche spezielle Fähigkeiten, die den Spielstil nicht unwesentlich beeinträchtigen.

Unzählige Möglichkeiten

Das Schönste an "Haegemonia" ist die unglaubliche Spieltiefe und Komplexität. Nicht nur, dass mit ein paar Weltraumschifferln herumgeflogen werden darf (das Add-On bietet gleich zehn neue Raumschiffe, vom Diplomatenkreuzer über Drohnen bis hin zum Hochgeschwindigkeitsschiff), auch riesige grafisch sehr beeindruckende 3D-Echtzeit-Schlachten dank neuer Walker Engine reibungsfrei in Echtzeit, Wurmlöcher, Piratenüberfälle, technische Pannen - trotz der hohen technischen Evolution, Diplomatie, Spionage, Forschung und Kolonialisierung werden geboten und sind gefordert. Das Add-On bietet im Vergleich zum Original-Spiel rund 50 Erweiterungen, die von neuen Schiffen und Helden über neue Technologien bis zur Überarbeitung des Gameplays reicht.

Fazit

Ein Spiel für lange Winterabende. Für Leute, die weder etwas mit dem Weltall oder extraterrestrischem Leben etwas anfangen können, wohl leider nichts, aber dafür für alle Anderen umso mehr. Vor allem die Kombination von sehr guten Schlachten und dem hoch entwickelten Forschungs- und Wirtschaftsteil sorgt für einen gelungenen Genre-Mix und bringt stundenlange Unterhaltung.(grex)

Links

Wanadoo

Digital Reality

Haegemonia - Offizielle Webseite

Ansichtssache

"Haegemonia"

Systemanforderungen (PC)
Optimal P III mit 1 GHz
256 MB RAM
GeForce2 GTS
Standard
CPU mit 600 MHz
128 MB RAM
Geforce1, ATI Radeon 7500
Single- und Multi-Player
Internet (8 Spieler)
Netzwerk (8 Spieler)
Kampagne-Modus (2 Spieler)

  • Artikelbild
    screenshot: gp
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