Überblick: Die befürchteten Auswirkungen

1. Dezember 2003, 19:54
1 Posting

Elternvertreter warnung vor vollgestopften Klassen, Wegfall von Fördermaßnahmen und steigenden Nachhilfekosten

Wien - Die "Auswirkungen der Sparmaßnahmen" im Zusammenhang mit den Lehrer-Frühpensionierungen hat der Vorsitzende des Verbands der Elternvereine an Pflichtschulen, Kurt Nekula, zusammengefasst. Im Folgenden ein Überblick:

In der Volksschule werde zwar jede Klasse einen klassenführenden Lehrer erhalten, "aber die gesetzlichen Aufträge können nicht mehr voll erfüllt werden", so Nekula, der folgende Beispiele anführt:

- "möglichst viele Klassen werden mit 30 Kindern vollgestopft, die Klassenschülerhöchstzahl steigt dramatisch;

- kleine Klassen werden - auch jahrgangsübergreifend - zusammengelegt, viele Kinder verlieren ihren Lehrer;

- die tägliche Lernstunde wird von unterschiedlichen Lehrern gehalten;

- Zusatzangebote und gezielte Fördermaßnahmen fallen fast völlig weg;

- pro Kind und Woche stehen 20 bis 25 Minuten weniger zur Verfügung, das bedeutet Massenabfertigung statt individueller Zuwendung;

- für die Integrationskinder sowie das interkulturelle Lernen stehen deutlich weniger Ressourcen zur Verfügung."

In der Hauptschule werden laut Nekula so gut wie keine Lehrer nachbesetzt, sondern den Schulen Mehrdienstleistungen (Überstunden) zugeteilt. Dadurch komme es an den Hauptschulen zu

- "völlig neuen Gestaltung der Lehrfächerverteilung und der Stundenpläne, viele Kinder verlieren ihre Lehrer;

- Klassen und Lerngruppen werden zusammengelegt;

- statt wie bisher drei werden regional nur mehr zwei Leistungsgruppen eröffnet. Das bedeutet bis zu zehn Kinder mehr pro Gruppe und ca. 20 Minuten weniger Zeit pro Kind und Woche;

- gesetzliche Teilungszahlen (z.B. bei Sport- und Sprachunterricht) werden nicht durchgeführt, das bedeutet größere Schülergruppen;

- Schulschwerpunkte werden stark reduziert;

- Interessen- und Begabungsförderung finden nicht mehr statt;

- nach der Kernzeit von 8.00 bis 12.00 Uhr wird nicht suppliert;

- die Nachhilfekosten von derzeit insgesamt 100 Mio. Euro pro Jahr werden weiter steigen."

(APA)

Share if you care.