Ich wollt ich wär ein Hund

5. April 2004, 16:01
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Sonys "Dog's Life" im Test - Reviermarkieren und Knochensammeln als Ausgangspunkt für ein spannendes Action-Adventure

Wer wollte nicht schon einmal das Leben seines eigenen Haustieres führen? Den ganzen tag in der Sonne liegen, fressen, schlafen und spielen als einzige wirklich wichtige Tagesbeschäftigungen und - sofern es sich um einen Hund handelt - ausgedehntes Gassi-gehen und die Welt erschnuppern. Diese Überlegungen dürften auch einige Software-Entwickler gehabt haben und brachten nun "Dog's Life" für die Sony PlayStation auf den Markt.

Unterhaltsame Reise in der Hundeperspektive

Der Spieler schlüpft in die Rolle des abenteuerlustigen Hund Jake, dessen Lebensinhalt im Wesentlichen nur im Einsammeln von Knochen liegt. Das diese allerdings nicht (nur) so einfach in der Gegend herumliegen, muss Jake für so manche seiner menschlichen Nebencharaktere Aufträge erfüllen. So müssen etwa verschwundene Gegenstände aufgespürt werden oder Trickbetrüger entlarvt werden. Für jede erfolgreich absolvierte Mission erhält Jake einen Knochen und darf sich so über einen Aufstieg in der Hunde-Rangordnung freuen.

"Smellovision"

Ein wichtiger Faktor in "Dog's Life" ist das so genannte "Smellovision". In dieser Einstellung wird in der Ich-Perspektive des Hundes gespielt. Unterschiedliche Düfte, die zur Erfüllung der Aufträge unerlässlich sind, sind nur in dieser Perspektive zu erschnuppern. aber nicht nur Knochen müssen gesammelt werden, auch das eigene Revier bedarf einer steten Markierung und so mancher Artgenosse sucht Streit. Zu den Missionen die es zu lösen gilt, gehören etwa das Einfangen entlaufener Katzenbabys oder auch das Zusammentreiben einer Schafherde. Im Laufe des Spiels entwickelt sich noch ein spannender Kriminalfall mit Liebesstory, den es zu bestehen gilt. Denn gleich zu Beginn wird Jakes Freundin Daisy von unbekannten Kidnappern entführt und Jake kommt bei seinen Nachforschungen einem dunklen Geheimnis auf die Spur.

Duelle mit Artgenossen

Die Duelle mit den Artgenossen sind so etwas wie Mini-Games im eigentlichen Spiel. Die Aufgaben bestehen etwa darin ein neues Revier schneller zu markieren als sein Gegner oder typische Kommandos wie "Sitz", "Platz" oder "Gib Pfötchen" zu erlernen. Während des Spiels kann Jake seinem natürlichen Hunde-Instinkt frei folgen und Mülltonnen und Kisten durchsuchen, nach Tieren jagen, um Futter betteln, Kothäufchen beschnuppern, Stöckchen fangen und schwimmen.

Innovativ und unterhaltsam

"Dog's Life" zeichnet sich nicht nur durch liebevolle und gute Grafik aus, sondern bietet durch Smellovision und dem Hunde-Hauptcharakter auch einige Innovation. Viele abwechslungsreiche Missionen und Wettkämpfe sorgen für Unterhaltung. Die Steuerung ist nicht schwer zu erlernen und auch die Animationen sind gut geglückt. Insgesamt tritt Jake bei seiner Reise auf nicht weniger als 20 unterschiedliche Hunderassen. Das Ende des Spiels ist sehr nett, wird hier aber nicht verraten - nur soviel: in Katzenfutter sind keine Katzen drinnen, aber möglicherweise doch Hunde.

Fazit

"Dog's Life" ist ein wirklich nettes, gelungenes Spiel, das sich nicht nur an Kinder und Hundefans richtet, sondern jedem Tierfreund einen kleinen Einblick in die Gedanken-, Gefühls- und Alltagswelt eines Tieres bietet. Die Schwierigkeit hält sich allerdings in Grenzen, aber durch die netten Zwischensequenzen, die spannende Jagd nach Daisy sowie die unterhaltsamen und abwechslungsreichen Missionen und Mini-Games machen das Spiel für jede Altersgruppe interessant. Nach Eye-Toy - beziehungsweise dessen Fortsetzung - ist Dog's Life wahrscheinlich das innovativste Spiel für die PlayStation 2 in diesem Jahr.(grex)

Sony PlayStation Ansichtssache

Dog's Life

Plattform: PlayStation 2
Genre: Action-Adventure
Spieler: 1

  • Artikelbild
    screenshot: sony
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