Infektionsraten in Österreich steigen an

1. Dezember 2003, 21:08
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Täglich stecken sich ein bis zwei ÖsterreicherInnen mit dem Virus an

Wien - Alle zehn Sekunden stirbt weltweit ein Mensch an Aids. Zwar gab es heuer in Österreich erst sieben Todesfälle, Entwarnung kann man jedoch keineswegs geben, betonte die Aids-Hilfe Wien am Freitag auf einer Pressekonferenz. Die Zahl der HIV- Neuinfektionen in Österreich steige demnach wieder an: Täglich stecken sich hier zu Lande rund ein bis zwei Menschen mit dem Virus an.

"Das hatten wir schon lange nicht mehr"

Heuer rechnet die Aids-Hilfe mit rund 400 Neuinfektionen, sagte Geschäftsführerin Kuderna. Sie sieht einen kontinuierlichen Anstieg, nachdem die Zahl Ende der Neunziger auf rund 300 Fälle gesunken war: "Das hatten wir schon lange nicht mehr." Hauptbetroffene seien die 20 - bis 25-Jährigen, also die jungen Erwachsenen.

Nach offiziellen Zahlen leben in Österreich derzeit rund 6.000 Menschen mit der Immunschwäche, die Aids-Hilfe geht jedoch von 12.000 bis 15.0000 Fällen aus, so Obmann Beck. Das sei ein bisheriger Höchststand. Ein tödliches Ende nahmen heuer bisher sieben Fälle.

Und immer wieder: Mehr Aufklärung

Neue Therapieformen, wie die Kombinationstherapie, versprechen trotz HIV-Infektion ein längeres Leben. Aids sei von "der tödlichen zur chronischen, behandelbaren Krankheit" geworden, sagte Beck wieter. Die Auswirkungen seien für viele Betroffene dennoch gravierend, warnte er.

Mit der Initiative "Red Ribbon Award 2004" will die Aids-Hilfe nun verstärkt für Aufklärung bei Jugendlichen sorgen, sagte Geschäftsführerin Kuderna. Damit will die Vereinigung bei jungen Menschen schon früh die Benutzung von Kondomen als Schutz vor HI- Viren beim Geschlechtsverkehr zur Selbstverständlichkeit machen. (APA)

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