Italien: Alessandra Mussolini will eigene Partei gründen

1. Dezember 2003, 14:24
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Neues politisches Abenteuer für Duce-Enkelin nach Austritt aus Alleanza Nazionale

Rom (APA) - Nach dem Aufsehen erregenden Austritt aus ihrer Partei, der rechtsgerichteten italienischen Regierungspartei Alleanza Nazionale (AN), will die Duce-Einkelin Alessandra Mussolini eine eigene Partei gründen. Dies teilte die 40-jährige Parlamentarierin am Samstag in einer Presseaussendung mit. Sie werde ihren Austritt aus der AN nicht überdenken. Nachdem AN-Vorsitzender Gianfranco Fini bei seiner Israel-Reise Anfang dieser Woche so drastisch die faschistische Vergangenheit der Partei geleugnet habe, sei ein Verbleib in der Partei undenkbar, sagte Mussolini. Wie die Partei heißen soll, ist noch unklar.

Skepsis bei AN

Der Beschluss Mussolinis, eine eigene Partei zu gründen, löste skeptische Reaktionen in der AN aus, der zweitstärksten Partei im Mitte-Rechts-Block von Ministerpräsident Silvio Berlusconi. "Eine Partei zu gründen, ist keine einfache Sache. Wir haben bereits eine und lieben sie sehr", kommentierte Telekommunikationsminister Maurizio Gasparri, der zu Finis Vertrauensmännern zählt.

Die 1963 in Neapel geborene Alessandra, Tochter des letzten lebenden Duce-Sohnes Romano, ist das erste Mitglied der Familie Mussolini, das sich nach fast 50 Jahren wieder in die Politik gewagt hatte. Zur Parlamentarierin wurde sie 1992 in Neapel gewählt. Den Sitz verdankte sie dem Movimento Sociale Italiano (MSI), jener Partei, die den Ideen ihres Großvaters Benito am nächsten stand, und zwei Jahre später von Fini in Alleanza Nazionale umgewandelt wurde. Der faschistische Diktator Benito Mussolini regierte Italien von 1922 bis 1943. (APA)

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