Schwer posttraumatisch belastet

1. Dezember 2003, 12:31
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Inhaftierte Flüchtlinge leiden vermehrt unter Depressionen und Angststörungen - bestimmte Haftbedingungen wirken verschärfend

London - Flüchtlinge, die über längere Zeit inhaftiert werden, leiden vermehrt unter Depressionen, Angst- und posttraumatischen Belastungsstörungen. Das ist der Ergebnis einer US-Studie an 70 Flüchtlingen, die während ihres Asylverfahrens in den USA in teilweise fensterlosen Gefängniszellen interniert waren.

Bereits zu Beginn der Untersuchung litten 77 Prozent von ihnen an einer behandlungsbedürftigen Angststörung, 86 Prozent an einer Depression und rund 50 Prozent an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Bestimmte Haftbedingungen wirken verschärfend

Je länger die Flüchtlinge inhaftiert waren, desto häufiger und intensiver traten die psychischen Erkrankungen auf. Verschärfend wirkten sich besondere Haftbedingungen wie Gefängniskleidung oder das Anketten bei Transporten aus. Bei 26 Asylsuchenden, die vor Ablauf der 18 Monate dauernden Studie entlassen worden waren, besserte sich dagegen die psychische Situation.

Die Mediziner forderten in der Zeitschrift "The Lancet" die Politik auf, neu über die Inhaftierung von Flüchtlingen neu nachzudenken. Zugleich verlangten sie eine ausreichende psychologische Betreuung von Asylsuchenden. (APA/AP)

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    foto: vasily fedosenko
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