Computer sollen in Zukunft alleine Fußball spielen

28. Dezember 2003, 19:24
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Computerspiele-Konferenz in Graz - Visionen: Roboter sollen selbstständig spielen

Geht es nach den Visionen von Experten für Computerspiele, dann werden am Fussballfeld der Zukunft bald Roboter gegeneinander antreten, hieß es am Rande des diese Woche in Graz stattfindenden 10. Internationalen Kongress der International Computer Games Association (ICGA). Dort wurden die technischen Neuerungen und aktuelle Entwicklungsprobleme diskutiert. Die Veranstaltung fand parallel zur Computer-Olympiade und zur Computer-Schach-Weltmeisterschaft statt und endete am Donnerstag.

Fachprominenz

Wer meint, dass es sich bei der Konferenz um eine Versammlung von spielverrückten Fanatikern handelt, der irrt. Die Referenten sind eine ausgesuchte Runde: Universitätsprofessoren, akademische Forscher, Techniker und Programmierer diskutierten ihre Forschungsergebnisse. Die ICGA ist deshalb laut Tagungsleiter Jaap van den Herik auf akademischen Boden gut eingeführt: Führende Zentren sind die Universität von Maastricht mit dem Institut für Computerwissenschaften und die kanadische Universität von Alberta. Er selbst lehrt an der holländischen Hochschule, an der unter seiner Aufsicht auch das ICGA-Journal herausgegeben wird. Vier Mal jährlich werden dort die neuesten Trends aus der wissenschaftlichen Spieleforschung publiziert. "Wir verbinden in unserer Tätigkeit wissenschaftliches und sportliches Interesse", so der Experte gegenüber der APA.

Ausweitung

Ursprünglich wurde die ICGA 1977 als Vereinigung für Schach-Computer-Programme gegründet, so van den Herik. In den vergangenen Jahren hatte man sich aber geöffnet und bildet heute eine Plattform für alle Arten von Computer-Spielen, wie etwa Go, Shogi, Abalone, Backgammon oder Poker. "Wir haben eine Entwicklung von Schach hin zu anderen Spielen und von Zwei-Personen-Spielen zu kommerziellen Spielen", so der Spielexperte. Der nächste Schritt werde es sein, den Computern auch "Wahrnehmung" beizubringen: "Bisher konnte er nur rechnen, in Zukunft soll er die Vorgänge am Spielfeld auch erkennen können", erklärte van den Herik die Tendenz in der Forschung. Ein Beispiel sei Fußballspielen durch Roboter: "Dazu ist es notwendig, dass diese den Ball und die Gegner registrieren und dann richtig reagieren."

Anregungen

Weltmeisterschaften wie in Graz würden wichtige Vernetzungen und Impulse bringen. Zugleich stecken hinter solchen Events auch handfeste wirtschaftliche Interessen: Die Programmier-Firmen hätten großes Interesse, vor einer interessierten Öffentlichkeit ihre neuesten Entwicklungen zu vergleichen. Die gespielten Kombinationen könnten jedoch auch für die Schachspieler neue Erkenntnisse bringen: "Es kann ja sein, dass von den Rechnern die Lösung für ein Schachproblem gefunden wird, von dem alle Spieler profitieren können", erläuterten Experten. (APA)

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