Rasta-Poet verweigert Adelwürde

2. Dezember 2003, 13:12
1 Posting

Benjamin Zephaniah lässt Tony Blair abblitzen und lehnt Orden der Queen ab

London - Als ein Relikt der Kolonialzeit hat der britische Dichter Benjamin Zephaniah einen Orden von Königin Elizabeth II. abgelehnt. Der in Jamaika und Großbritannien aufgewachsene schwarze Zephaniah sollte auf Vorschlag von Premierminister Tony Blair für seine literarischen Leistungen als "Officer of the Order of British Empire" (OBE) ausgezeichnet werden.

In einem am Donnerstag im "Guardian" veröffentlichten Artikel kritisierte der Schriftsteller, der Titel erinnere ihn an die tausendjährige Gewalt, die seinen Vorfahren angetan worden sei. Wenn er geehrt werde, dann besser für seinen Kampf gegen Rassismus, seinen Einsatz im Tierschutz oder bei Anti-Kriegs-Kundgebungen, erklärte der Schriftsteller.

"Sie können mich nicht täuschen ..."

Der ungewöhnlicherweise öffentlich ausgesprochenen Ablehnung des OBE ließ Zephaniah harsche Kritik am Irak-Krieg folgen: "Sie können mich nicht täuschen, Mr. Blair, Sie wollen uns alle in den Krieg schicken." Statt für die britische Bevölkerung zu sprechen, habe Blair sein Land zum Sprachrohr der USA gemacht.

Zephaniah, der dem Rastafari-Glauben angehört, veröffentlichte 1980 seinen ersten Gedichtband und gilt als einer der bekanntesten zeitgenössischen Dichter Großbritanniens. Trotz der öffentlichen Ablehnung ihrer Auszeichnung habe er nichts gegen die Queen selbst, betonte Zephaniah: "Sie ist ein bisschen steif, aber eine nette alte Dame". (APA)

Share if you care.