Pannendienst im Weltraum

3. Dezember 2003, 12:47
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Abschleppdienst soll verirrte Satelliten auf Kurs bringen - bis 2007 wird ein Schlepper für künstliche Himmelskörper entwickelt

Paris – Einen "Pannendienst" im Weltraum wollen die britische Firma Orbital Recovery und das niederländische Raumfahrtunternehmen Dutch Space entwickeln. Ziel ihres Gemeinschaftsprojektes sei eine Art "Schlepper", der die Lebensdauer der hunderte von Millionen Euro teuren Telekom-Satelliten verlängern und verirrte künstliche Himmelskörper wieder auf die richtige Umlaufbahn bringen könne, teilten beide Firmen zur Besiegelung ihrer Partnerschaft in Paris mit. Das neue System namens ConeXpress ORS soll Dutch Space in Leiden entwickeln. Der erste Einsatz ist für 2007 geplant.

Konischer Adapter

Ausgehen werden die Niederländer von dem so genannten konischen Adapter, der bereits für die europäische Trägerrakete Ariane-5 serienmäßig hergestellt wird. Er dient dazu, die in den Weltraum transportierte Nutzlast an der Rakete zu befestigen.

Der ConeXpress getaufte Adapter soll mit einem eigenen Antrieb und einem Navigationssystem ausgerüstet werden. Als "Weltraumschlepper" soll ConeXpress ORS dann Telekommunikationssatelliten unterstützen, wenn diese ihre Treibstoffreserven verbraucht haben. Von den Reserven hängt die Lebensdauer der Satelliten ab, die zwischen zwölf und 15 Jahren schwankt.

Huckepack-Methode

In einer Art Huckepack-Methode soll ConeXpress ORS den fortgesetzten Erdumlauf von Satelliten ermöglichen, die keinen Brennstoff mehr haben. Eine weitere Einsatzmöglichkeit sind Satelliten, die beim Abschuss nicht die richtige Bahn gefunden haben – sie sollen von ConeXpress ORS dorthin begleitet werden.

Ausgangspunkt ist eine Konzeptstudie, die Dutch Space mit Unterstützung der Europäischen Raumagentur ESA erstellt hat. Darin ging es um Möglichkeiten, den konischen Adapter der Ariane-5 mit einem eigenen Antrieb zu versehen.

Pannenhelfer im neuen ORS-Modus

ConeXpress soll auch weiter auf der Ariane-5 eingesetzt werden – wenn der mit seiner Hilfe an der Trägerrakete befestigte Satellit sich gelöst hat und auf der Reise zu seiner geostationären Umlaufbahn ist, beginnt der "Pannenhelfer" im neuen ORS-Modus seine eigene Mission. Mit Hilfe eines Ionen-Antriebs und eines eigenständigen Navigationssystems soll er sich Zielsatelliten von unten annähern, andocken und sie auf ihre genaue Umlaufbahn bringen. (APA/AFP)

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    Integral, ein europäischer Satellit der Weltraumorganisation ESA, beobachtet Gamma-Strahlen.

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