Von wegen lästige Suche

3. Dezember 2003, 12:31
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Steirische Bibliotheken durch Mouse-Click verbunden - Recherche via elektronischem Kalalog in 320 Geschäftsstellen möglich

Graz - Wer in der Steiermark ein Buch sucht und in einer der landesweiten Bibliotheken eingeschrieben ist, dem öffnen sich mit dem neuen elektronischen Suchsystem "Opac.st" schon in Kürze ganz neue Recherchemöglichkeiten. Das elektronische System vernetzt die Büchereien des steirischen Bibliotheksverbundes so, dass man mit seiner Hilfe Bücher unabhängig vom jeweiligen Datensystem der jeweiligen Sammlung suchen kann. Am Donnerstag wurde bibliotheks- und systemübergreifende Rechnersystem in Graz vorgestellt.

Keine weitere lästige Suche

In der Steiermark gibt es derzeit rund 260 öffentliche sowie weitere 250 Schulbibliotheken, die insgesamt rund 1,2 Millionen Bücher für das lesehungrige Publikum bereithalten. Dennoch tritt oft der Fall ein, dass gerade das gesuchte Buch in der "Stammbibliothek" des Lesers nicht vorhanden ist. Bisher begann dann eine lästige Suche - entweder vor Ort in den Bibliothek oder über die Internetseiten der Büchereien. In der Steiermark gehört das der Vergangenheit an.

Mit Rezension

Mit "Opac.st" werden sowohl alle Bibliotheken, die sich dem System anschließen - unabhängig davon, welche EDV-Systeme sie einsetzen -, als auch deren Leser in der Lage sein, in den Beständen der teilnehmenden Büchereien zu recherchieren und automatisiert eine Mailanfrage über Fernleihmöglichkeiten abzugeben. Noch einen großen Vorteil hat das System: Zu jedem Buch soll es eine Kurzbeschreibung und Rezensionen des österreichischen Bibliothekswerkes geben, erläuterte Johannes Zabini, der Direktor des neu eingerichteten steirischen Bibliothekszentrums im Rahmen der Präsentation.

"Jede Bibliothek kann sich ihr eigenes Rechercheangebotsspektrum an Fremdbibliotheken selbst zusammenstellen", so Zabini. Seiner Meinung nach mache es wenig Sinn, "dass sich zum Beispiel ein Leser der Bibliothek in Lassing ein Buch aus Radkersburg ausborgt, wenn es auch ganz in der Nähe verfügbar wäre". Die Entscheidung überlasse man aber ganz den Bibliotheken.

Neue Verwaltungs- und Servicekonstruktion

320 steirische Bibliotheken hätten sich bereits dem System angeschlossen - unter ihnen die größten des Landes mit der Universitätsbibliothek Graz, der Arbeiterkammerbibliothek und der Bibliothek der Stadt Graz bis hin zu den kleinen Gemeindebibliotheken wie beispielsweise jene von Lassing.

Nachdem im Zuge der Verwaltungsreform die Aufgaben im Bereich der Öffentlichen Bibliotheken von den Förderstellen des Bundes, die mit Jänner 2003 geschlossen wurden, zum Amt der steiermärkischen Landesregierung gewechselt sind, hat man sich in der Steiermark eine neue Verwaltungs- und Servicekonstruktion einfallen lassen: In Kooperation des Landes mit dem Landesschulrat sowie der Diözese Graz Seckau wurde das so genannte Bibliothekszentrum ins Leben gerufen, das nun die Agenden der steirischen Bibliotheken übernimmt. Ein erstes Serviceangebot ist das online-Recherchesystem "Opac.st". (APA)

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