Ericsson Austria profitiert von neuen Handy-Diensten

10. Dezember 2003, 15:31
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Hohes zweistelliges Umsatzwachstum - Mobilfunker müssen zu Multimedia-Anbieter werden

Die Österreich-Tochter des schwedischen Telekomausrüsters Ericsson sieht die durch GPRS und die dritte Mobilfunktechnologie UMTS (3G) ermöglichten Anwendungen zwar erst "am Beginn der Entwicklung", prophezeit aber künftig eine "neue Dimension mobiler Funktionalität" von der das Unternehmen profitieren will. "Wir haben eine kräftige Delle hingenommen, sind nun aber wieder in der Spur", erklärte Peter Zehetner, Geschäftsführer von Ericsson Austria am Donnerstag in Wien.

Wachstumsmärkte Mobilfunk und Breitband-Internet

Getrieben durch die Wachstumsmärkte Mobilfunk und Breitband-Internet, die durch 3G verknüpft würden, seien bereits 80 Prozent des Ericsson-Umsatzes in Österreich UMTS-basiert. "Nach einem Umsatz von 50 Mio. Euro im Vorjahr werden wir heuer voraussichtlich um 60 Prozent auf 80 Mio. Euro zulegen können", so Zehetner. Für das Jahr 2004 rechne er mit einem ähnlich hohen Wachstum. Der wertmäßige Marktanteil für GSM, WCDMA und UMTS läge in Österreich - wie auch international - bei etwa 40 Prozent.

"Mehr als 50 Prozent der verkauften Handys sind GPRS-fähig und MMS-Geräte haben in weniger als einem Jahr von zehn auf 33 Prozent zugelegt"

"Wir erwarten bei der Nutzung der Handy-Dienste eine deutliche Steigerung. Hier werden wir stärker profitieren, weil die Netzabdeckung bereits sehr gut ist", sieht Zehetner eine leichte Verschiebung. Verantwortlich dafür sei die Entwicklung bei den Endgeräten: "Mehr als 50 Prozent der verkauften Handys sind GPRS-fähig und MMS-Geräte haben in weniger als einem Jahr von zehn auf 33 Prozent zugelegt", so Zehetner. Im Schnitt würden vier bis acht Prozent des Einkommens für Kommunikation ausgegeben, wobei mit sinkender Kaufkraft der Prozentsatz sogar ansteige. Kommunikation sei eben ein Grundbedürfnis, hier werde zuletzt gespart.

"Beim UMTS-Geschäftsmodell geht es nicht mehr nur darum, Sprachminuten mit ein bisschen SMS zu verkaufen. Die Mobilfunker müssen zu Multimedia-Anbietern werden, um mit Datendiensten zu punkten", ergänzte Gerhard Fritze, Produkt Marketing Manager bei Ericsson.

Video, Streaming und Messaging

Neues Umsatzpotenzial sieht Fritze vor allem in den Bereichen Video, Streaming und Messaging: Instant Talk - also der Verbindungsaufbau per Knopfdruck - soll dabei an den Erfolg von SMS anschließen. Diese Anwendung sei in einem halben Jahr kommerziell verfügbar und werde ebenso wie der gleichzeitige Gesprächsaufbau mit mehreren Teilnehmern und der automatischen Auswahl verfügbarer oder in räumlicher Nähe befindlicher Gesprächspartner auf Interesse stoßen, ist Fritze überzeugt. (APA)

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