"Es muss ein Teil von mir sein"

23. Dezember 2003, 12:28
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Tennisstar Andre Agassi ist der Werbeträger des neuen Herrenduftes "Aramis Life" - und hat auch an dessen Entwicklung mitgewirkt

International bekannt, erfolgreich, gut aussehend - und noch dazu ein ausgesprochen sympathischer Kerl: kein Wunder, dass Unternehmen vom Tennischampion Andre Agassi als idealem Werbeträger träumen. Jüngst hat "Aramis Fragrances", Teil der EstéeLauder Companies, das Rennen gemacht und den Tennisstar mit einem mehrjährigen Vertrag für "Aramis Life" verpflichtet. Das neue Herrenparfum ist seit kurzem inklusive einer Pflegelinie (u. a. Deo, Duschgel und Aftershave) auf dem Markt.

Agassi, der übrigens der älteste Spieler ist, der je im Alter von 33 Jahren die Nummer eins im Tennis wurde, leiht nicht nur dem Duft sein Gesicht und sein Lächeln, sondern hat auch - wie er im Interview anlässlich der Parfum-Präsentation in München betonte - an der Entwicklung mitgearbeitet. Grün, frisch und holzig kommt "Aramis Life" daher, mit belebenden Zutaten wie Gurke, grüner Minze, Kardamom und Pfeffer und maskulinen Tönen von Olivenholz, einer nach Wald riechenden Mischung von Sandel- und Zedernholz sowie Leder.

Andre Agassi startete seine Profi-Tenniskarriere mit 16 Jahren, gewann u. a. zweimal die U.S. Open und viermal die Australian Open, Wimbledon gewann er 1992 und die French Open 1999. Er ist der einzige männliche Tennisspieler, der alle vier Grand Slam Championships sowie eine Goldmedaille bei den U.S. Olympics einheimste. Agassi ist seit 2001 mit Steffi Graf verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder. Seit knapp zehn Jahren betätigt er sich auch auf der karitativen Seite, er gründete die "Andre Agassi Charitable Foundation", die benachteiligten, missbrauchten und verwahrlosten Kindern hilft.

DER STANDARD: Meist sind es Models und SchauspielerInnen, die ein eigenes Parfum lancieren oder Düfte promoten. Warum gibt es so wenige Sportler und Sportlerinnen, die für Parfums werben?

Ich weiß es nicht, ich kann nur erzählen, warum ich das gemacht habe. Erstens ist Aramis ein unglaublich erfolgreiches, erstklassiges Unternehmen, das ich schon seit Jahren bewundere. Zweitens wurde ich in die Entwicklung des Duftes eingebunden, was für mich sehr wichtig ist. Ich möchte nicht nur meinen Namen für ein Produkt hergeben.

Warum trägt das Parfum nicht Ihren Namen?

Das wollten weder die Leute bei Aramis noch ich. Ich muss meinen Namen nicht auf dem Parfum stehen haben, mich interessiert viel mehr, dass es gut ist und mir entspricht.

In welchen Bereichen konnten Sie bei der Entwicklung von "Aramis Life" mitwirken?

Die Entwicklung eines Parfums ist ja ein langwieriger Prozess. Vom Konzept her wollte ich, dass der Duft Energie und Lebendigkeit vermittelt, das zeigt ja auch der Name "Life", den wir gewählt haben. Zugleich sollte er aber auch klassisch und solide wirken. Die Mischungen wurden natürlich von Aramis gemacht, ich hatte dann die Auswahl unter rund zwölf Samples.

Welche Beziehung zu Parfums hatten Sie vor "Aramis Life"?

Eigentlich gar keine. Bei Parfums war ich immer sehr wählerisch, ich habe nie etwas gefunden, das ich die ganze Zeit an mir riechen wollte. Ich verwende Parfum auch nicht beim Tennisspielen, manche Düfte sollen ja Gelsen anziehen. Und im Übrigen würde man es nach fünf Minuten ohnehin nicht mehr riechen.

Sie machen auch Werbung für T-Mobile oder den Automobilkonzern Kia. Gibt es Unternehmen, für die Sie nicht werben würden?

Für mich ist es sehr wichtig, worauf ich mich einlasse. Meine Entscheidung hängt vor allem davon ob, ob etwas authentisch ist. Das heißt, es muss ein Teil von mir sein, etwas, an das ich glaube. Bei Kia zum Beispiel war für mich ausschlaggebend, dass das ein Unternehmen ist, das viel für Tennis tut. Kia ist Sponsor der Australian Tennis Open, und das ist toll, weil der ursprüngliche Sponsor abgesprungen ist. Ich unterstütze sie also, weil sie Tennis unterstützen. Und so ist jedes Unternehmen, zu dem ich ein Nahverhältnis habe, ein Teil meines Lebens, es entspricht dem, was ich bin, was ich tue, was ich trage. Eine der Motivationen, mit Aramis zu beginnen, war ja auch deren Unterstützung für meine Charitable Foundation.

Betrachten Sie sich als eine Art Vorbild?

Ich glaube, dass jeder ein Vorbild sein kann. Jeder hat Verantwortung, ob er jetzt eine Person erreicht oder eine Million. Man hat immer die Wahl, einen positiven Eindruck bei einer Person zu hinterlassen - oder eben nicht. Ich hoffe, dass ich ein positives Vorbild bin - für wen auch immer.

Genießen Sie Ihre Berühmtheit oder freuen Sie sich schon darauf, wenn der Rummel irgendwann einmal vorbei ist?

Wie alles hat auch das Berühmtsein eine gute und eine schwierige Seite. Manche Aspekte daran sind weniger angenehm, andere hingegen super, zum Beispiel die Unterstützung, die ich bekomme, oder wenn ich sehe, dass Leute meine Arbeit schätzen oder sie mir für die Motivation danken, die sie spüren. (DerStandard/rondo/Margit Wiener/28/11/03)

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    foto: aramis
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