Passierte Urparadeiser

5. Dezember 2003, 22:55
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Erich Stekovics kann man - vom Standpunkt einer konventionellen Landwirtschaft her - ohne weiteres als Spinner bezeichnen: Der Mann aus Frauenkirchen begann vor ein paar Jahren damit, aussterbende Gänserassen des pannonischen Raums zu züchten und zu weiden; weiters ist er - zumindest in Österreich - die allererste Adresse in Sachen der alten und aromatisch unvergleichlichen Erdbeerensorte "Mieze Schindler", aus denen er Erdbeermarmeladen kocht, wie man sie sonst in der Welt nur selten findet; dann war es schließlich auch der Erich Stekovics, der uralte Paprikasorten anbaute, sie länger als gewöhnlich reifen ließ, um sie schließlich in Schmalz von Mangalitza-Schweinen zu rösten und in Gläser zu füllen; und ganz besonders wunderbar spinnt der Mann, wenn es um die Paradeiser geht: Von denen hat er über 1200 verschiedene Sorten auf dem Feld stehen, darunter so unglaubliche wie die kleinen, orangen Johannisbeer-Paradeiser, die er unter anderem zu süßen Sirups verarbeitet.

Außerdem passiert er diverse Paradeiser roh und füllt sie in Gläser. Welche Sorten mit welchem mitunter skurrilem Aussehen und welchem fantastischen Namen da nun drinnen sind, entzieht sich der Dokumentation, Tatsache bleibt aber, dass der Geschmack dieser Paradeiser-Polpa schlichtweg unvergleichlich ist: würzig, fleischig, frisch, mit einem leichten Bitterton und diesem unvergleichlichen Aroma von Tomatenlaub ausgestattet. Teuer, aber das Geld wert. (DerStandard/rondo/floh/28/11/03)

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    foto: cremer
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