Berlusconi-Sender will 20 Millionen Schadenersatz von RAI-TV

1. Dezember 2003, 19:39
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Satiresendung habe Mediaset diffamiert

Die private italienische Fernsehsender-Kette Mediaset, die der Familie von Ministerpräsident Silvio Berlusconi gehört, will vom staatlichen TV-Rivalen RAI 20 Millionen Euro Schadenersatz wegen einer Satiresendung. Ein Sprecher des Senders sagte am Mittwoch, die Satiresendung "Raiot" auf RAI 3 habe Mediaset diffamiert. Die wegen ihrer Parodien bekannte Komikerin Sabina Guzzanti hatte in der Sendung mangelnde Informationsfreiheit in der italienischen Medienlandschaft kritisiert.

Sie meinte zudem, Berlusconi wolle durch ein neues Mediengesetz seine eigenen drei Privatsender fördern. Die RAI-Führung setzte darauf die Sendung nach lediglich einer einzigen Folge ab (etat.at berichtete). RAI wird indirekt von Berlusconis Mitte-Rechts-Regierung kontrolliert. Bereits im vergangenen Jahr hatte RAI zwei Sendungen aus dem Programm genommen, die als Berlusconi-kritisch galten. (APA/dpa)

Nachlese

RAI setzt umstrittenes Satireprogramm "Raiot" aus - Anti-Berlusconi-Persiflagen - Mediaset verklagte Staatsfernsehen

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