Rührung öffnet Herzerl und Börserl

8. Dezember 2003, 21:31
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Weihnachten sitzt das Geld bekanntlich besonders locker, für die Geschenke für die Liebsten ebenso wie für Hilfsorganisationen, die von Spenden leben

Licht ins Dunkel hat den Startschuss gegeben. Vor kurzem eröffnete der ORF mit dem Beginn seiner alljährlichen Großspendenaktion wenn schon nicht die stillste, so doch die beste Zeit im Jahr: Charity und Spendensammeln stand nie so hoch im Kurs wie jetzt. Weihnachten sitzt das Geld bekanntlich besonders locker, für die Geschenke für die Liebsten ebenso wie für Hilfsorganisationen, die von Spenden leben.

Allerdings stehen mittlerweile auch Hilfsorganisationen in heftiger Konkurrenz zueinander, wer die größten Stücke vom Spendenkuchen lukrieren kann. Die Bereitschaft der Österreicherinnen und Österreich für Bedürftige Geld zu geben sei in den letzten Jahren etwas zurückgegangen, erklärt Ursula Messner von Care Austria. Allerdings sei die Betragshöhe etwas gestiegen. Helene Karmasin, Motivforscherin, erklärt: Organisationen müssten verstärkt an die Motive der Menschen appellieren, es müsse ein Bewusstsein geschaffen werden.

Vor allem Rührung öffne die Brieftaschen, auch Gewissensberuhigung sei ein Motiv - "Freikaufen" vom schlechten Gewissen, dass es einem gut und anderen schlecht gehe, nennt Karmasin das wenig schmeichelhaft. Andere wiederum wollen "ihren Beitrag leisten". Wer nicht spendet gibt an, selber wenig Geld zu haben oder "Was kann ich als Einzelner schon tun?" (aw, rott/DER STANDARD; Printausgabe, 27.11.2003)

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