Der Hunger ist weiter auf dem Vormarsch

2. Dezember 2003, 13:13
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FAO veröffentlicht Bericht - Attac sieht die Schuld bei WTO, Weltbank und Währungsfonds

Wien - Globalisierungskritiker sehen im jüngsten Bericht der Welternährungsorganisation FAO einen erneuten Beweis, "dass die neoliberale Globalisierung gescheitert ist". "Die Politiken von Weltbank, Währungsfonds und der Marktöffnungsfundamentalismus der WTO (Welthandelsorganisation, Anm.) haben vorrangig die Interessen der multinationalen Konzerne und der finanziellen Gläubiger im Auge, und nicht die Armen und Hungernden", kritisierte Karin Küblböck vom Anti-Globalisierungsbündnis Attac Österreich.

Hunger auf dem Vormarsch

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Welternährungssicherheitsbericht der FAO ist der Hunger wieder auf dem Vormarsch, obwohl in China die Zahl der Betroffenen deutlich zurückgegangen ist. Weltweit leiden 842 Millionen Menschen an Hunger oder chronischer Unterernährung. Insgesamt habe die Zahl seit Mitte der neunziger Jahre um 18 Millionen zugenommen, nachdem sie in der ersten Hälfte der neunziger Jahre um 37 Millionen zurückgegangen war.

FAO im Widerspruch mit Weltbank, Währungsfonds und WTO

Alle von der FAO vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Hungers stehen nach Ansicht von Attac im Widerspruch zu den Zielen von WTO, Weltbank und Währungsfonds: "Die Erhöhung der Bodenproduktivität in armen ländlichen Regionen würde wirksame Landreformen, zinslose Kredite und Gratisbildungsangebote für Kleinbauern und -bäuerInnen voraussetzen - alles spanische Dörfer für die neoliberalen Institutionen. Der Schutz der Naturressourcen ist durch niemanden stärker gefährdet als durch die Erschließungskredite der Weltbank und die Handelsliberalisierung der WTO. Der Ausweitung der Infrastruktur am Land steht wiederum die WTO im Weg, weil sie die Grundinfrastruktur multinationalen Konzernen überlassen möchte, die sich nur für Ballungsgebiete interessieren. Der Zugang zu Nahrungsmitteln für die Ärmsten wird durch Freihandel im Agrarbereich - wodurch die besten Böden auf Export umgestellt werden - und durch die Streichung von Nahrungsmittelsubventionen konterkariert." (APA)

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