"Treue und Anstand"...

Redaktion, 26. November 2003, 11:37
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Diagonale nach Ainbergers Kündigung: Morak sucht Gespräch

Wien - Miroljub Vuckovic will keine Stellungnahme abgeben - er ist gerade in Moskau, um serbische Filme zu promoten. Das Staatssekretariat erklärt den Konflikt einmal mehr zu einer internen Sache der Diagonale. Nur der Geschäftsführer des neuen, mehr denn je von Krisen gebeutelten Festivals des österreichischen Films, Tillmann Fuchs, ließ sich zu einem Statement zur am Dienstag erfolgten Kündigung des Österreich-Kurators Wolfgang Ainberger bewegen:

Ainberger, der kürzlich in einem Brief an Fuchs, der auch im STANDARD publiziert wurde, Kritik an der bisherigen Organisation und Nichtkommunikation mit der Filmbranche übte, habe, so Fuchs, "mit seiner Vorgangsweise gegen die elementaren Grundsätze von 'Treue und Anstand' verstoßen, wie man sie von einem Vertragspartner erwarten kann". Ainbergers Kritik sei "unhaltbar" und "substanzlos". "Darüber hinaus hat er in diesem Schreiben selbst erklärt, die ihm übertragene Aufgabe nicht bewältigen zu können." Auf die Frage, ob aus demselben Grund auch Vuckovic gehen müsse, wollte Fuchs nicht eingehen.

Im Staatssekretariat erklärt man nun immerhin, mit dem Dachverband der Filmschaffenden erneut Gespräche führen zu wollen. Auf eine parlamentarische Anfrage von SP-Kultursprecherin Christine Muttonen formulierte immerhin erstmals VP-Bundeskanzler Schüssel seine Sicht des Diagonale-Konflikts: Es sei "bedauerlich, wenn manche Filmschaffenden nicht das Gespräch mit der dialogbereiten Vereinsleitung suchen und möglicherweise einer emotionalen Ebene den Vorzug vor einer sachlichen geben". "Die Diskussion der Kritiker", so Schüssel, reduziere sich "auf Vermutungen, jedoch nicht auf Fakten". (cp/DER STANDARD, Printausgabe, 26.11.2003)

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