Aufregung um "Tatort" gelegt

2. Dezember 2003, 12:16
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Infos zu Polizei-Einsatztechniken in der vom ORF ausgestrahlten Folge "Im Visier" gabs in Buchform - Mit Ansichtssache

Der jüngste "Tatort"-Krimi ("Im Visier") war wegen Darstellung geheimer Einsatztechniken bei der Polizei auf Kritik gestoßen. "Das sind polizeitaktische Details, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen", sagte der Münchner Polizeisprecher Peter Reichl der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe). In der am Sonntag auch im ORF ausgestrahlten "Tatort"-Serie waren polizeitaktische Maßnahmen bei einer Geiselnahme zu sehen.

"Ich bin fast vom Stuhl gefallen"

So dient ein Lüftungsschacht als Kanal für eine Mini-Kamera, durch deren Aufnahmen die Einsatzkräfte wichtige Informationen erlangen können. Zudem kommt ein Spezialgerät zum fast geräuschlosen Knacken von Schlössern zum Einsatz. "Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich das gesehen habe", sagte Reichl der Zeitung.

"SEK - Sondereinsatzkommandos der Deutschen Polizei"

Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt, im aktuellen "Tatort" seinen keine wirklichen Geheimnisse aus der Polizeiarbeit verraten worden, so die "Süddeutsche Zeitung". Längst kann man nämlich aus einem Buch erfahren, wie Sondereinsatzkommandos arbeiten.

Auch die für "Im Visier" verantwortliche Drehbuchautorin habe ihre Erkenntnisse unter anderem aus dem Buch "SEK - Sondereinsatzkommandos der Deutschen Polizei". Trotzdem, "es liegt nicht an uns, das Thema breitzutreten.", meint Polizeisprecher Wenger gegenüber der SZ, "das war sicherlich keien Absicht von dem Film-Team. Man kann uns auch aus Versehen weh tun." (APA/red)

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    foto: orf
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