Online-Werber ziehen gegen neuen Internet Explorer ins Feld

10. Dezember 2003, 12:08
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Pop-Up-Blocker in Microsofts Browser nicht im Sinne der Wirtschaft

Der Softwarekonzern Microsoft hat mit dem kommenden Service Pack 2 für Windows XP, das im nächsten Jahr erscheinen soll, auch einige Neuerungen für seinen Browser Internet Explorer angekündigt. So sollen unter anderem in Zukunft Pop-Ups geblockt werden können (der WebStandard berichtete). Dieses Feature dürfte zwar die Anwender, weniger aber die Werbewirtschaft erfreuen, die nun dagegen Sturm läuft.

"Eine starke Veränderung"

Laut einem Bericht von CNet erwarten Experten durch diese Entwicklung beim Internet Explorer eine sinkende Zahl von Pop-Ups. CNet zitiert den Sicherheitsexperten Richard Smith mit den Worten: "Wenn Microsoft diese Maßnahme richtig durchzieht, erwarte ich mir einen großen Rückgang im Gebrauch von Pop-Ups".

Die Industrie schlägt zurück

Während bereits zahlreiche andere Browser mit Pop-Up-Blockern ausgestattet sind, hat erst die Ankündigung von Microsoft zu einem Umdenken in der Branche geführt. Die Werber sehen nun eines ihrer erfolgreichsten Werbeformate gefährdet und wollen ihrerseits Methoden entwicklen um diese Pop-Up-Blocker zu umgehen. Laut einer Studie von Advertising.com von diesem Jahr sind Pop-Up-Werbungen bis zu 13-mal effektiver als Banner-Werbung. Diese Erkenntnisse führten zu einem starken Anstieg dieser Werbeform. Im Gegensatz dazu fühlt sich die Mehrzahl der Internet-User beim Surfen am meisten durch die Pop-Ups gestört.

Mehr Blocker den je

In den USA startete der Internet-Provider EarthLink bereits vor rund zwei Jahren mit einer Pop-Up-freien Zone. Wenig später folgte America Online nach. Auch Google und Yahoo haben bereits Pop-Up-Blocker in ihre Toolbars integriert. Laut Angaben von Google haben bereits "Millionen User" die Toolbar mit dem Pop-Up-Blocker heruntergeladen.

Die Werbewirtschaft - zumindest in den USA - sucht nun nach einem Ausweg aus diesem Blocker-Dilemma. Auf der einen Seite könnte sich Adware, die ungefragt mit so mancher Software installiert wird, als Ausweg erweisen, auf der anderen Seite wird nach technischen Lösungen gesucht, die Pop-Up-Blocker umgehen, nicht aber die Webseiten selbst unlesbar machen. Einer der größten Anbieter von Pop-Up-Werbung das US-Unternehmen DoubleClick könnte sich laut CNet auch einfach vorstellen, anstelle von Pop-Ups wieder verstärkt auf Banner und Rich-media Advertorials zu setzen, wenn das Blocking zu einem Standard-Feature im Internet Explorer werden sollte. Alles in allem darf man gespannt sein, welche neuen Werbeformate sich die Entwickler bis zum nächsten Jahr einfallen lassen werden.(red)

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    foto: photodisc
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