Kritik an zentraler Speicherung biometrischer Daten

2. Dezember 2003, 14:51
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Deutscher Chaos Computer Club äußert Zweifel an Betrugssicherheit

Der deutsche Chaos Computer Club kritisiert Überlegungen, biometrische Merkmale aller europäischen Bürger in einer zentralen Datenbank zu speichern. Der Vorschlag des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) schaffe das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung in einem wesentlichen Gebiet faktisch ab, während der Nutzen für die Verbrechensbekämpfung nicht einmal nachgewiesen sei, erklärt der CCC. Das Missbrauchspotenzial besonders bei der zentralen Datenführung stehe in keinem Verhältnis zum möglichen Gewinn bei der Verbrechensbekämpfung.

Betrugssicherheit

Fragen hinsichtlich der Betrugssicherheit biometrischer Verfahren wirft auch ein Bericht der Zeitschrift "New Scientist" auf, in dem es um die Einführung von Personalausweisen mit biometrischen Merkmalen in Großbritannien geht. Gespeichert werden sollen Informationen wie ein Iris-Scan. Simon Davies, ein Sicherheitsexperte der London School of Economics, erklärte aber, dies könne nicht verhindern, dass sich jemand unter verschiedenen Namen mehrere Pässe erschleiche.

Begrenzte Genauigkeit

Das Probleme liege in der begrenzten Genauigkeit der Erfassungssysteme, sagte Davies. Diese liege bestenfalls bei 99 Prozent. Das bedeute, das einer von hundert falsch sei. Und Bill Perry von der Vereinigung für Biometrie erklärte, Iris-Scans hätten mit Umwelteinflüssen zu kämpfen. Auch Licht und Körpertemperatur könnten das Ergebnis soweit beeinflussen, das es beim Scan derselben Iris zu verschiedenen Ergebnissen kommen könne. (APA/AP)

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