Protestaktionen zwingen deutsche Zeitungen zu dünneren Ausgaben

1. Dezember 2003, 19:42
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Arbeitsniederlegungen begleiten Tarifverhandlungen für Redakteure

Begleitet von Arbeitsniederlegungen sind die Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteure bei deutschen Tageszeitungen am Montag in die dritte Runde gegangen.

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) erklärte, man wolle bei den Verhandlungen in Frankfurt in erster Linie Forderungen der Zeitungsverleger nach einer Kürzung des Urlaubsgelds und längeren Arbeitszeiten verhindern. Außerdem verlangen die Arbeitnehmervertreter, dass der von den Arbeitgebern Ende 2002 gekündigte Manteltarifvertrag wieder in Kraft gesetzt wird. Eine Lohnforderung wurde bislang nicht vorgelegt.

Unverständnis

Eine Sprecherin des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger zeigte Unverständnis für die Protestaktionen bei etlichen Zeitungen, weil derzeit bei den Tarifverhandlungen nur Positionen ausgetauscht würden.

Verringerter Umfang

In der Chefredaktion der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" in Essen hieß es, wegen der Ausstände würden einige Regionalausgaben am Dienstag in verringertem Umfang erscheinen. Auch in Baden-Württemberg wurden Zeitungen bestreikt. Der "Mannheimer Morgen" und die "Heilbronner Stimme" würden mit weniger Seiten gedruckt, hieß es bei den Betriebsräten der Blätter. Auch bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" wurde nicht ausgeschlossen, dass Regionalausgaben in verringertem Umfang erscheinen. (APA/Reuters)

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