Ausschluss Russlands aus dem Europarat immer wahrscheinlicher

20. Jänner 2000, 21:09

Russel-Johnston kritisiert Verhalten im Tschetschenienkrieg

Moskau - Ein Ausschluss Russlands aus dem Europarat wegen des Tschetschenienkriegs wird nach Ansicht des Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, Lord Russel-Johnston, immer wahrscheinlicher. Zwar habe ihm seine Russland-Reise ein besseres Verständnis für die Haltung Moskaus vermittelt, sagte Russel-Johnston am Donnerstag. Dennoch liege auf der Hand, dass die russische Regierung mit dem Feldzug gegen die Prinzipien des Europarats verstoße, zu denen sie sich mit ihrem Beitritt 1996 bekannt habe.

Er sei weiter der festen Überzeugung, dass ein Waffenstillstand und eine politische Lösung die einzigen Wege zur Beendigung des Krieges seien, sagte Russel-Johnston bei einer Pressekonferenz in Moskau. Er begrüßte ferner die Bereitschaft des amtierenden russischen Präsidenten Wladimir Putin, die mögliche Zulassung internationaler Organisationen in der Krisenregion zu prüfen.

Russel-Johnston hatte mit einer Delegation die von russischen Truppen besetzte zweitgrößte Stadt Tschetscheniens, Gudermes, und ein Flüchtlingslager in der Nachbarrepublik Inguschetien besucht. Die Parlamentarische Versammlung des Europarats will am kommenden Donnerstag über die russische Offensive in Tschetschenien diskutieren und möglicherweise über einen Ausschluss des Landes abstimmen. (APA/AP)

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